Übernahme
VW bringt LKW-Dreierfusion auf den Weg

Nach langem Tauziehen hat sich Volkswagen die Mehrheit am schwedischen LKW-Hersteller Scania gesichert. Die schwedischen Scania -Großaktionäre Investor und Wallenberg hätten ihre Anteile verkauft, teilte der Wolfsburger Autobauer am Montag mit. Er hält nun 68,8 Prozent der Stimmrechte an Scania.

HB HAMBURG. Die Großaktionäre trennten sich für umgerechnet knapp 2,9 Mrd. Euro von ihrem Aktienpaket an dem skandinavischen Lkw-Hersteller, wie Investor und VW am Montag mitteilten. Das Unternehmen zahlt damit 200 Kronen pro Papier. Investor zahlt VW 17,3 Mrd. Kronen (1,9 Mrd. Euro) und den Stiftungen noch einmal 9,3 Mrd. Kronen (rund 992 Mill. Euro) - macht 2,9 Mrd. Euro für das Gesamtpaket.

Verglichen mit der ersten gescheiterten Übernahmeofferte von MAN, die 119 Kronen pro Aktie vorsah, kassieren die Scania -Großaktionäre Wallenberg damit eine Prämie von 68 Prozent auf den ursprünglich gebotenen MAN -Preis. Angesichts einer Nettoliquidität von Volkswagen von 13,5 Mrd. Euro seien die 2,9 Mrd. Euro für Scania aber locker zu stemmen, urteilten Experten.

"Der Deal ist der Durchbruch für die geplante LKW -Allianz, keine Frage", sagte Auto-Analyst Nathan Kohlhoff von der Unicredit, "offen ist allerdings noch, was aus MAN wird". Der Experte hält es für wahrscheinlich, dass Scania zunächst von VW konsolidiert werde, die LKW-Aktivitäten anschließend ausgegliedert und dann in einem zweiten Schritt mit MAN verbunden würden. "Ferdinand Piech hat sich wieder durchgesetzt", lautet sein erstes kurzes Fazit.

MAN begrüßte den Schritt seines Großaktionärs VW. Das verbessere die Chancen auf eine Zusammenarbeit mit Scania, sagte ein Sprecher. Investor erklärte, Volkswagen wolle Scania als Premium-Marke weiterentwickeln und "seinen Einfluss mit dem Ziel nutzen, den langfristigen Wert für alle Aktionäre zu maximieren". VW wolle die Strategie den Scania -Vorstands unterstützen. Strukturelle Änderungen zum Nachteil der Mitarbeiter seien nicht geplant.

Nachdem der Münchener Scania -Rivale mit einem Übernahmeversuch bei den schwedischen Großaktionären auf Granit gebissen hatte, war Volkswagen mit fast 30 Prozent bei MAN eingestiegen. Doch die Verhandlungen mit Scania stockten seit einem Jahr. VW will sein Geschäft mit schweren Lkw in Südamerika in die Allianz mit MAN und Scania einbringen. MAN -Vorstandschef Hakan Samuelsson, selbst früher im Vorstand von Scania, hatte stets auf eine einvernehmliche Lösung gedrängt, zuletzt aber keinen Zeitrahmen mehr genannt.

Durch den Erwerb von knapp 135 Mill. stimmrechtsstarken A-Aktien hält VW nun mit 68,8 Prozent der Stimmrechte eine deutliche Mehrheit an Scania. Der Kapitalanteil wächst auf 37,7 Prozent. MAN selbst hält 17 Prozent der Stimmrechte an Scania; zusammen kommen die beiden deutschen Unternehmen damit auf mehr als 85 Prozent. Nach Kapitalanteilen hätten VW (37,7 Prozent) und MAN (13,3) mit der Übernahme der Investor- und Wallenberg -Anteile nun gemeinsam mehr als 50 Prozent an Scania.

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