Übernahmeangebot an Aktionäre
Zockerspiele mit Condomi

Neue Wendung im Fall Condomi: Ein Berliner Jungunternehmer will die Aktien des schwer angeschlagenen Unternehmens mit einem Abschlag von 82 Prozent kaufen. Aktionärsschützer sprechen von Bauernfängerei. Andererseits droht den Anteilseignern in der jetzigen Lage ein Totalverlust.

DÜSSELDORF. Die Aktionäre der kurz vor der Pleite stehenden Condomi AG haben in den vergangenen Tagen überraschend Post erhalten. Die Tokugawa AG aus Berlin bietet zehn Cent pro Condomi-Aktie. Das Papier ist derzeit vom Handel ausgesetzt, der letzte Kurs wurde am 20. Februar bei 56 Cent notiert.

Das Auftreten des weitgehend unbekannten Bieters ist die jüngste Wendung in der seltsamen Geschichte der Condomi AG. Das Unternehmen ging 1999 an die Börse und wurde für sein ideenreiches Marketing und die schnelle Expansion gefeiert. 2001 erreichte der Kurs 31,50 Euro. Dann allerdings ging es schnell bergab. 2003 hatte Condomi 37 Millionen Euro Schulden, 2005 übernahm die polnische Tochterfirma Unimil die Regie und sicherte sich die Unternehmenswerte von Condomi.

Seither ist die Condomi AG praktisch eine Geisterfirma. Bilanzen existieren nicht, Hauptversammlungen finden nicht statt, der polnische Vorstand Tadeusz Sobierajski (50) ist verschwunden. Bereits 2005 von der deutschen Börse verhängte Ordnungsgelder werden nicht bezahlt. Das Finanzamt Köln Nord hat als Gläubiger inzwischen einen Insolvenzantrag gestellt. Den Aktionären droht ein Totalverlust.

Vor diesem Hintergrund tritt nun die Tokugawa AG auf. Ihr Vorstand und einziger Mitarbeiter, Philipp Steinhauer (28), will sich zu seinen Plänen bei Condomi nicht äußern. In seinem offiziellen Angebot steht, dass Tokugawa höchstens 500.000 der insgesamt 5,1 Millionen Aktien kaufen will. Das Angebot endet am 30 März.

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