Übernahmeangebot
Chinesen greifen nach Arzneimittelhersteller Stada

Der Arzneimittelhersteller Stada sieht sich Insidern nach künftig mit einem dritten Übernahmeangebot konfrontiert. Die Offerte soll von einem chinesischen Pharmakonzern kommen – womöglich ohne Finanzinvestor im Rücken.
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Frankfurt/HongkongFür den hessischen Arzneimittelhersteller Stada zeichnet sich Insidern zufolge ein dritter Kaufinteressent ab. Die chinesische Shanghai Fosun Pharmaceutical wolle eine Offerte abgeben, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Damit bekämen die beiden Konsortien aus den Beteiligungsgesellschaften Advent und Permira auf der einen sowie Bain Capital und Cinven auf der anderen Seite weitere Konkurrenz. Fosun Pharma spreche mit dem Finanzinvestor CVC über ein gemeinsames Vorgehen, beiden könnten sich am Ende aber auch für einen Alleingang entscheiden, hieß es in Finanzkreisen. Eine Sprecherin von Fosun Pharma sagte, das Unternehmen habe derzeit nichts offenzulegen.

Ein Interessent aus der Branche könnte tendenziell mehr für Stada bieten als ein Finanzinvestor, denn er kann Größenvorteile und andere Synergieeffekte mit bestehenden Geschäften nutzen. Fosun Pharma gehört zum Konglomerat des Milliardärs Guo Guangchang, Fosun International, und hat im vergangenen Jahr schon die indische Gland Pharma geschluckt. In Deutschland hatte Guo mit der Übernahme der Privatbank Hauck & Aufhäuser Schlagzeilen gemacht – und mit dem vergeblichen Versuch, auch die BHF-Bank zu kaufen.

Mit einem oder zwei zusätzlichen Bietern könnte sich die Hoffnung von Stada-Chef Matthias Wiedenfels doch noch erfüllen, den Preis für Stada nach oben zu treiben. Advent und Bain haben bisher je 58 Euro je Aktie in Aussicht gestellt, das sind 3,6 Milliarden Euro. Einschließlich Schulden müssten sie sogar 4,7 Milliarden schultern – viel für einen Finanzinvestor allein. Deshalb hatten sich nach Informationen von Reuters die beiden Allianzen gebildet.

Advent/Permira und Bain/Cinven hatten in den vergangenen Wochen Gelegenheit bekommen, einen tiefen Blick in die Bücher von Stada zu werfen – um daraufhin möglicherweise ihr Gebot anzuheben. Bis Freitag erwartet Stada nachgebesserte Offerten. Diese dürften aber Insidern zufolge kaum höher ausfallen als 58 Euro. Auch die Stada-Aktionäre sind noch skeptisch: Die Aktie lag am Donnerstag mit 56,84 Euro deutlich unter den indikativen Angeboten. Nachlegen wollten die Finanzinvestoren allenfalls in der nächsten, entscheidenden Runde, wie mehrere Insider sagten. Der Verkaufsprozess ist aber weiterhin offen für neue Bieter. Stada wollte sich nicht zum Stand des Prozesses äußern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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