Übernahmeangebot deutlich erhöht
Eon nimmt Kampf um Endesa auf

Deutschlands größter Energiekonzern Eon sieht sich in Spanien anhaltendem Widerstand gegen die Übernahme des dortigen Marktführers Endesa gegenüber. Politik und Wirtschaft stören das Unterfangen massiv. Eon kontert jetzt mit einem deutlich verbesserten Angebot, das Endesa-Management und -Aktionäre kaum ausschlagen können. Ein teures Unterfangen mit Risiken.

DÜSSELDORF. Eon kündigte am Dienstagabend an, seine bisherige Offerte von 25,40 Euro je Aktie auf 35 Euro erhöhen. Das Transaktionsvolumen würde damit um 10 Mrd. auf 37 Mrd. Euro steigen. Auch diese Summe will Eon komplett bar bezahlen.

Am Montagabend hatte der spanische Mischkonzern Acciona die Übernahmepläne gestört und angekündigt, bis zu 25 Prozent an Endesa zu kaufen. Inzwischen hat der Konzern bereits 14 Prozent erworben und dafür mit 32 Euro je Aktie deutlich mehr bezahlt, als Eon bisher geboten hatte. Dies hatte den deutschen Konzern in die Enge getrieben. In Finanzkreisen war deshalb damit gerechnet worden, dass Eon nachlegen würde.

Der Schritt von Acciona habe beim Endesa-Management und den Aktionären Begehrlichkeiten geweckt, hieß es. Die Endesa-Aktie war gestern bereits um rund 11 Prozent auf über 32 Euro gestiegen. Zum Vergleich: Vor einem Jahr – vor den Übernahmespekulationen – hatte sie bei gerade einmal 19 Euro notiert. Mit seiner raschen Reaktion wollte die Eon-Führung offenbar verhindern, das Acciona noch weitere Anteile angedient bekommt.

„Unser verbessertes Angebot ist für die Endesa-Aktionäre äußerst attraktiv“, sagte Eon-Chef Wulf Bernotat. Mit dem Gebot von 35 Euro je Aktie dürfte sich Bernotat endlich auch die Unterstützung des Endesa-Managements gesichert haben. Dieses hatte Eons Gebot zwar immer einer konkurrierenden Offerte von Gas Natural vorgezogen, aber offen einen deutlich höheren Preis gefordert.

Als der Eon-Konzern im Februar mit seiner Offerte das Gebot des größten spanischen Gasversorgers Gas Natural konterte, war er auf breite Ablehnung gestoßen – auch in der spanischen Regierung. Ministerpräsident José Luis Zapatero unterstützte Gas Natural offen und wollte Endesa unter spanischer Kontrolle halten. Die Energieaufsichtsbehörde CNE genehmigte im Sommer zwar Eons Offerte, verhängte aber hohe Auflagen. Die EU-Kommission verfügte jedoch erst am Dienstag, dass Spanien diese Auflagen zurücknehmen muss. Spaniens Industrieminister Joan Clos hatte im Vorfeld angekündigt, man werde sich dem EU-Votum beugen. Noch ist aber offen, ob die Auflagen komplett fallen oder nur entscheidend abgemildert werden.

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