Übernahmeangebot durch MAN
Aktionäre kritisieren Scania-Chef

Das strikte Nein des schwedischen LKW-Produzenten Scania zum Übernahmeangebot des Konkurrenten MAN stößt bei schwedischen Scania-Aktionären zunehmend auf Unverständnis.

HB STOCKHOLM/MÜNCHEN. Aus Kreisen institutioneller Anleger, die rund 20 Prozent der Stimmrechte bei Scania halten, wurde vor allem Kritik an der Opposition von Scania-Chef Leif Östling laut. Sein vehementes Agieren gegen Übernahmen und Kooperationen stoße nicht mehr überall auf Verständnis. „Es ist völlig klar, dass es Synergien bei einer Scania-Übernahme durch MAN gibt“, sagte ein Analyst dem Handelsblatt. Vor professionellen Anlegern dürfe Östling dies nicht leugnen, so der Experte, der nicht namentlich genannt werden will.

Scania bekräftigte unterdessen, dass Östling seine ablehnende Haltung nicht geändert habe. Bei einem Treffen mit institutionellen Anlegern Anfang der Woche soll der Scania-Chef einerseits von möglichen Synergien bei einer Fusion mit MAN gesprochen haben. Dies war zunächst als Einknicken Östlings gewertet worden, obwohl dieser andererseits erklärt hatte, eine solche Fusion werde bei Scania „große Werte“ zerstören. Der Verwaltungsrat von Scania, dessen Mitglied Östling ist, hatte vor knapp zwei Wochen die MAN-Offerte abgelehnt. Vor allem die Großaktionäre Volkswagen und die schwedische Investor widersetzen sich bislang dem Angebot der Deutschen.

In Industriekreisen heißt es inzwischen, dass mit dem Angebot von MAN-Chef Hakan Samuelsson der Stein ins Rollen gekommen sei. Ein Zurück zur alten Situation werde es nicht geben, es werde zu irgend einer Form der industriellen Zusammenarbeit zwischen Scania und MAN kommen. MAN-Kreise nahmen die Äußerungen des Scania-Chefs als Signal auf. Man habe die industrielle Logik des Zusammenschlusses immer betont, nun signalisiere auch Östling, dass das Angebot in der Substanz nicht feindlich sei.

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