Übernahmeangebot
Eon will mehr Einfluss in Spanien

Das Gerücht hält sich hartnäckig: Der deutsche Energiekonzern Eon lauert im Hintergrund und arbeitet an einem eigenen Übernahmeangebot für den spanischen Stromversorger Iberdrola. In den vergangenen Wochen berichteten spanische und englische Medien mehrmals über entsprechende Spekulationen - ohne allerdings glaubwürdige Quellen nennen zu können.

DÜSSELDORF. Offiziell lehnt Deutschlands größter Energiekonzern einen Kommentar zu einem möglichen Iberdrola-Angebot ab. In Unternehmenskreisen wird gar abgewunken: Das werde von interessierter Seite gestreut, um eine mögliche Attacke von Electricité de France (EdF) auf den spanischen Versorger Iberdrola zu stören, heißt es.

Auf den ersten Blick klingen die Spekulationen auch unglaubwürdig. Will Eon-Chef Wulf Bernotat tatsächlich einen zweiten Versuch in Spanien starten, nachdem er mit seiner 40 Mrd. Euro schweren Übernahmeofferte für Endesa so spektakulär gescheitert ist? Über ein Jahr kämpfte er um den Versorger, ehe er von der spanischen Regierung und zwei Konkurrenten, dem italienischen Enel-Konzern und dem spanischen Mischkonzern Acciona, kurz vor Abschluss der Transaktion ausgebremst wurde.

Eine Übernahmeofferte für Iberdrola halten Analysten wie Sal. Oppenheim deshalb für unwahrscheinlich. Allerdings können sie es sich durchaus vorstellen, dass die deutsche Eon zumindest an Teilen von Iberdrola interessiert ist.

Eon hat sich schließlich trotz der gescheiterten Übernahme von Endesa ein Standbein in Spanien gesichert. Beim Rückzug aus dem Bieterkampf um Endesa rang Eon-Chef Bernotat den Konkurrenten Enel und Acciona einige lukrative Unternehmensteile in Spanien ab: den bisher von Enel kontrollierten Versorger aus der zweiten Reihe, Viesgo, und einige Kraftwerke von Endesa. Bernotat kündigte außerdem an, das Engagement in Spanien zügig weiter auszubauen. Im Herbst vergangenen Jahres übernahm der deutsche Versorger mit Energi E2 bereits einen Betreiber von Windparks.

Eon-Chef Bernotat könnte darauf warten, dass sich EdF im Zuge einer Übernahme von Iberdrola aus kartellrechtlichen Gründen von Teilen des Unternehmens trennen muss. Oder er könnte die Strategie verfolgen, die Acciona und Enel im Fall Endesa zunächst eingeschlagen hatten: Eon könnte sich Iberdrola-Aktien sichern, um eine Offerte von EdF zu erschweren und sich letztlich lukrative Teile herauszubrechen.

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