Übernahmeangebot für BOC
Linde arbeitet an „Traumhochzeit“

Linde nimmt mit der geplanten Übernahme des britischen Industriegaseherstellers BOC die Weltmarktspitze ins Visier. Der Kapitalmarkt hat seine anfängliche Skepsis gegenüber diesem Vorhaben bereits fallen lassen. Allein die Bonitätsbewertung der Wiesbadener könnte leiden.

HB WIESBADEN. Der Wiesbadener Konzern will für rund elf Mrd. Euro den britischen Konkurrenten BOC übernehmen. Damit würde Linde zum französischen Weltmarktführer Air Liquide aufsteigen. Zur Finanzierung plant Linde nach Handelsblatt-Informationen unter anderem eine Kapitalerhöhung. Zudem seien Kredite und Anleihen für das Elf- Milliarden-Euro-Vorhaben erforderlich. Die „Börsen-Zeitung“ hielt zusätzlich auch einen Verkauf der Gabelstapler-Sparte für möglich. Linde wollte dies nicht kommentieren.

Am Dienstagabend hatte Linde erklärt, seine Banken könnten die Finanzierung schnell arrangieren. Zuvor hatte das BOC-Management das nicht förmliche Angebot - Linde spricht von einer „Annäherung“ (approach), BOC von einem „Vorschlag“ (proposal) - abgewiesen. Es berücksichtige die Wachstumsaussichten zu wenig und enthalte Vorbedingungen. Linde erwiderte, diese Vorbedingungen seien üblich. Es sei nicht sicher, ob dem Vorstoß ein festes Angebot folge. Die BOC-Aktien sind breit gestreut. Anleger mit mehr als fünf Prozent der Anteile seien nicht bekannt, heißt es.

Linde schlägt einen Preis von 15 Pfund je BOC-Aktie vor. Am Mittwochnachmittag notierte das Papier bei 14,53 Pfund. Die Linde-Aktie konnte am Mittwoch an der Frankfurter Börse Kursgewinne von knapp 3,6 Prozent verzeichnen, nachdem die Aktie am Vortag zunächst abgestürzt war. Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) erklärte in einer Kurzstudie, durch den Übernahmeplan werde Linde vom Gejagten zum Jäger.

Ein Verkauf der Gabelstapler-Sparte von Linde - die auch die Marke Still umfasst - wäre ein tiefer Einschnitt. Der Geschäftsbereich beschäftigte Ende September 2005 rund 19 400 Menschen - fast die Hälfte der Gesamtbelegschaft von 42 400 Mitarbeitern. Mit 4,2 Mrd. Euro steuerte die Sparte in den ersten neun Monaten 2005 fast zwei Drittel des Konzernumsatzes von 6,8 Mrd. Euro bei. Erst 2004 hatte sich Linde von seinem dritten und ältesten Geschäftsbereich Kältetechnik getrennt.

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