Übernahmeangebot für Hanson
Heidelberg-Cement erschafft Baustoff-Giganten

Vor zwei Wochen hatte Deutschlands größter Baustoffhersteller Heidelberg-Cement erstmals sein Interesse am britischen Wettbewerber Hanson geäußert. Nun, nach der Einigung mit dem Management des Baustoffproduzenten, folgt das offizielle Übernahmeangebot. Es ist milliardenschwer.

HB HEIDELBERG. Heidelberg-Cement will Hanson für 7,85 Mrd. britische Pfund (11,5 Mrd. Euro) übernehmen. Das Unternehmen biete 1 100 Pence je Aktie in bar, teilte die im MDAX notierte Gesellschaft am Dienstag in Heidelberg mit. Damit offeriert der Konzern den Anteilseignern einen deutlichen Aufschlag zu dem durch die Übernahmespekulationen bereits hochgeschossenen Kurs der Hanson-Papiere, die am Montagabend bei 1057 Pence geschlossen hatten.

Die Übernahme soll im dritten Quartal 2007 abgeschlossen sein, teilte Heidelberg-Cement weiter mit. Der Hanson-Verwaltungsrat beabsichtige, seinen Aktionären die Übernahme zu empfehlen. Das Angebot stehe unter der Bedingung der Freigabe durch die EU-Kommission sowie den amerikanischen und kanadischen Kartellbehörden. Geht alls glatt, entsteht ein Konzern mit einem Umsatz von gut 15 Mrd. Euro.

Die Finanzierung soll zunächst über Kredite erfolgen, die von der Deutschen Bank und der Royal Bank of Scotland kommen. Zur Ablösung der Kredite sollen unter anderem Unternehmensteile, die nicht zum Kerngeschäft gehören, verkauft werden. Des Weiteren sind eine Anleihe von bis zu 2 Mrd. Euro sowie eine Kapitalerhöhung in Höhe von rund 500 Mill. Euro geplant.

Zum Verkauf steht die Minderheitsbeteiligung am französischen Zementhersteller Vicat, die bis zu 1,4 Mrd. Euro einbringen könnte. Zudem gibt es Überlegungen, das nicht mehr zum Kerngeschäft zählende Baustoffgeschäft Maxit zu veräußern. Die Gruppe setzte zuletzt 1,2 Mrd. Euro mit Trockenmörtel, Blähton und Bauchemie um. Auch einige Hanson-Geschäftsteile wie Tonziegel oder Beton-Röhren sind für Heidelberg-Cement von geringem Interesse.

Hanson verfügt unter anderem über reiche Rohstoffvorkommen und eine starke Marktposition in den USA, wohin Heidelberg-Cement bis zuletzt Zement exportierte. Heidelberg-Cement wird vom schwäbischen Investor Adolf Merckle kontrolliert. Zuletzt machte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 9,2 Mrd. Euro; Hanson kam auf umgerechnet 6 Mrd. Euro.

Eine Gegenofferte der größeren Konkurrenten Holcim, Lafarge, Cemex oder eines anderen Wettbewerbers erwartet Heidelberg-Cement-Chef Bernd Scheifele nicht.

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