Übernahmeangebot
PPR versucht es weiter bei Puma-Aktionären

Zwar besitzt der französische Luxusartikel-Konzern PPR mittlerweile mehr als 33,2 Prozent an dem fränkischen Sportartikel-Hersteller Puma, doch eigentlich wollten die Franzosen mehr. Doch die Gucci-Mutter versucht weiter, die Puma-Aktionäre für sich zu gewinnen – der Erfolg dürfte allerdings ausbleiben.

HB/jojo/scc MÜNCHEN/FRANKFURT. PPR verlängert die Angebotsfrist für die Übernahme des Sportartikelherstellers Puma bis zum 11. Juli. Die Offerte bleibe mit 330 Euro konstant, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Paris mit. PPR darf sein Angebot rechtlich auch nicht erhöhen.

Der jetzt erreichte Anteil von 33,2 Prozent bedeutet, dass nicht mal 6 Prozent des freien Kapitals angedient wurden. 27 Prozent der Puma-Anteile hatte sich PPR bereits vor Wochen von der Großaktionärsfamilie Herz gesichert. Nichtsdestotrotz versicherte Vorstandschef Francois-Henri Pinault, das Unternehmen sei mit dem Ergebnis zufrieden. Es stärke die Kontrolle über Puma.

Den Preis, den PPR je Puma-Aktie bietet, ist einem Großteil der Aktionäre zu gering. Sie hatten bereits auf der Hauptversammlung jüngst ihrem Unmut Luft gemacht. Allerdings ist der Puma-Aktienkurs von 350 Euro vor wenigen Wochen bereits auf das Niveau des PPR-Angebots von 330 Euro gesunken.

PPR hatte kurz nach Ostern angekündigt, den fränkischen Sportkonzern Puma zu übernehmen. Dazu erwarb das Unternehmen die Aktien der Familie Herz für 330 Euro je Stück. Den selben Preis bietet der Eigentümer von Luxusmarken wie Gucci und Yves Saint Laurent auch den restlichen Aktionären. In großen Anzeigen hatte PPR um die Gunst der Puma-Aktionäre geworben.

PPR hatte mehrfach betont, dass das Angebot endgültig sei. Zudem gebe es keine Mindestannahmequote. Ferner stehe fest, dass die Firma aus Herzogenaurach an der Börse bleibe und weiter unabhängig arbeiten könne. Ein Personalabbau oder eine Restrukturierung seien nicht geplant.

Aufsichtsrat und Vorstand von Puma hatten den Aktionären empfohlen, die Offerte anzunehmen. Die Kartellbehörden in Europa und den USA hatten den Kauf bereits genehmigt. Insgesamt wird Puma durch das Angebot mit 5,3 Mrd. Euro bewertet.

Wie das Verhältnis zwischen Puma und PPR künftig aussehen wird, ist offen. Ende Mai hatte Puma-Chef Jochen Zeitz zum ersten Mal durchblicken lassen, dass sich die wiederholt in Aussicht gestellte Zusammenarbeit mit PPR womöglich doch nicht so reibungslos gestalten könnte wie geplant. Es sei fraglich, ob die angestrebten Synergien erreicht würden, falls PPR keine zusätzlichen Aktien mehr angedient werden, sagte Zeitz.

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