Übernahmeangebot: Volvo greift nach Nissan Diesel

Übernahmeangebot
Volvo greift nach Nissan Diesel

Der schwedische Lastwagenbauer Volvo will den japanischen Konkurrenten Nissan Diesel Motor komplett übernehmen. Die Skandinavier haben den asiatischen Markt im Blick.

HB TOKIO. Umgerechnet 815 Mill. Euro will sich Volvo die Übernahme kosten lassen. Der zweitgrößte Lkw-Hersteller der Welt nach Daimler-Chrysler begründete sein Übernahmeangebot am Dienstag in Göteborg mit dem Ziel, auch bei mittelgroßen Lastwagen zu wachsen. Der Nissan-Aufsichtsrat in Tokio sprach sich für die Annahme des schwedischen Angebots aus.

„Die Produkte und das Wissen von Nissan Diesel sind eine wertvolle Ergänzung des Geschäfts der Gruppe“, sagte Volvo-Chef Leif Johansson. Nissan Diesel habe eine solide Stellung in Japan und im Rest Asiens, wo Volvo substanzielles Wachstumspotenzial sehe. Erst kürzlich war der deutsche Konkurrent MAN mit der Übernahme des schwedischen Lastwagenbauers Scania gescheitet.

Ein Volvosprecher sagte im Rundfunk, man habe seit längerem ins Auge gefasste Pläne für eine Übernahme nun beschleunigt. Durch Synergieeffekte seien jährliche Einsparungen von umgerechnet knapp 200 Mill. Euro zu erwarten. Nissan produzierte 2005 42 000 Lastwagen, während das schwedische Unternehmen im selben Jahr auf 215 000 Lkw kam.

Das schwedische Unternehmen hielt bisher bereits 19 Prozent der Aktien und war damit größter Anteilseigner von Nissan Diesel. Das Gebot für die vollständige Übernahme liegt um 32 Prozent über dem durchschnittlichen Schlusskurs für Nissan-Diesel-Aktien der vergangenen drei Monate. Das Angebot läuft bis 23. März.

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