Übernahmeangebot von BASF
Engelhard pokert um höheren Preis

Im Übernahmekampf um den amerikanischen Spezialchemie-Hersteller Engelhard wird der BASF-Konzern sein Angebot wohl um mehr als ein Zehntel aufbessern müssen, um sich die Zustimmung des Engelhard-Managements zu sichern.

FRANKFURT/NEW YORK. Das deutet sich an, nachdem das US-Unternehmen das feindliche Übernahmeangebot von BASF am späten Montagabend offiziell zurückgewiesen hat.

Der Ludwigshafener Konzern will mit dem Erwerb von Engelhard ein neues Standbein im Katalysatorgeschäft aufbauen. Er bietet seit Anfang Januar 37 Dollar je Aktie oder insgesamt 4,9 Mrd. Dollar für eine komplette Übernahme. Das Management des US-Konzerns fordert dagegen einen Preis von mehr als 40 Dollar, wie nun aus Unterlagen hervorgeht, die Engelhard bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat.

Der Aufsichtsrat von Engelhard bezeichnet die Offerte des deutschen Chemieriesen als „unangemessen und opportunistisch“ und hat sie einstimmig abgelehnt. Zugleich hat der US-Konzern aber Gesprächsbereitschaft für den Fall eines höheren Angebots signalisiert. Das Engelhard-Management wurde aufgefordert, strategische Alternativen einschließlich eines Verkaufs des Unternehmens zu prüfen.

Nach Einschätzung von Analysten läuft der Übernahmeversuch von BASF damit auf ein möglicherweise langwieriges Poker um den Preis für Engelhard hinaus. Das Ergebnis dürfte auch davon abhängen, ob tatsächlich weitere Bieter in das Geschehen eingreifen. Nach Informationen aus dem Umfeld von Engelhard haben sowohl Finanzinvestoren als auch Chemiefirmen Interesse an dem Hersteller von Katalysatoren und Spezialchemie-Produkten signalisiert. Unter anderem werden die BASF-Konkurrenten Dow und Dupont sowie der Mischkonzern Honeywell als potenzielle „weiße Ritter“ für Engelhard gehandelt. Allerdings ist Dow stärker auf die Basischemie ausgerichtet, und Dupont kämpft gerade mit einer Ertragsschwäche. Andererseits wird auch ein mögliches Interesse von vermeintlichen Außenseitern nicht ausgeschlossen. „In diesen Zeiten könnten sogar Bieter aus China oder Russland mitmischen“, sagte ein Großinvestor. Als eher unwahrscheinlich gilt dagegen, dass tatsächlich Finanzinvestoren in den Ring steigen.

Die BASF-Führung zeigt sich enttäuscht von der Ablehnung der Offerte, wertet die Verhandlungsbereitschaft von Engelhard aber als positives Signal. Der Chemiekonzern hält an seinem bisherigen Angebot fest. Es läuft noch bis zum 6. Februar, kann aber verlängert werden. Darüber hinaus verwies ein BASF-Sprecher gestern auf die nach wie vor bestehenden Pläne, auf der nächsten Hauptversammlung von Engelhard am 4. Mai zwei eigene Vertreter in den Board des US-Konzerns wählen zu lassen. Den erforderlichen Rückhalt dafür hat man sich offenbar schon gesichert.

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