Übernahmeangebot von Takeda Pharmakonzern Shire lehnt 50 Milliarden Euro schwere Offerte ab

Der japanische Pharmakonzern Takeda bietet fast 50 Milliarden Euro für Shire. Doch der Konkurrent aus Irland bleibt hart.
Update: 19.04.2018 - 14:45 Uhr Kommentieren
Takeda muss nach britischem Kapitalmarktrecht nun bis zum 25. April ein Angebot abgeben oder die Übernahmepläne ad acta legen. Quelle: Reuters
Medikamente von Shire

Takeda muss nach britischem Kapitalmarktrecht nun bis zum 25. April ein Angebot abgeben oder die Übernahmepläne ad acta legen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf/LondonDer irische Pharmakonzern Takeda hat ein milliardenschweres Übernahmeangebot des Konkurrenten Takeda abgelehnt. Der japanische Rivale habe zuvor eine 42,4 Milliarden Pfund schwere Offerte (umgerechnet knapp 49 Milliarden Euro) vorgelegt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Es würden aber weiter Gespräche über eine Transaktion geführt. Die Nachrichtenagentur Reuters und die „Financial Times“ hatten zuerst über das Angebot berichtet.

Der in Dublin ansässige Konzern war an der Börse vor der Kaufofferte umgerechnet 37 Milliarden Euro wert, Takeda kommt auf knapp 30 Milliarden Euro. Es wäre eine der größten Übernahmen durch ein japanisches Unternehmen überhaupt. Der größte Pharmakonzern des Landes würde dadurch zu einem global führenden biopharmazeutischen Unternehmen aufsteigen.

Erst Ende März hatte Takeda Interesse an Shire angemeldet. Mit Shire würden sich die Japaner bei Krebsmedikamenten, Mitteln für den Verdauungstrakt und das Nervensystem stärker aufstellen.

Takeda hat es vor allem auf Produkte abgesehen, die sich in der Spätphase von wichtigen Tests befinden. Takeda muss nach britischem Kapitalmarktrecht bis zum 25. April ein Angebot abgeben oder die Übernahmepläne ad acta legen.

Takeda hatte vergangenes Jahr den US-Krebsspezialisten Ariad für umgerechnet fünf Milliarden Euro übernommen. Zuletzt schluckten die Japaner in Belgien die Biotechfirma Tigenix.

Shire hatte in dieser Woche angekündigt, sein Krebsgeschäft für 2,4 Milliarden Dollar an den französischen Wettbewerber Servier zu verkaufen. Beide Unternehmen hätten sich darauf geeinigt, teilte Shire am Montag mit. Der Verkauf, dem die Shire-Aktionäre laut Unternehmensangaben nicht zustimmen müssen, soll im zweiten oder dritten Quartal 2018 abgeschlossen werden. Mit der Onkologie-Sparte hatten die Iren im vergangenen Jahr 262 Millionen Dollar umgesetzt.

Die in London notierten Aktien von Shire schossen am Donnerstag zunächst um bis zu zwölf Prozent auf ein Achteinhalb-Monats-Hoch von 42,00 Pfund in die Höhe, bröckelten dann aber wieder ab und notierten noch knapp vier Prozent im Plus.

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