Übernahmeangebote
Autozulieferer Polytec spielt auf Zeit

Der Großaktionär der Oberpfälzer Grammer AG, die Linzer Polytec Group, lässt seine Mitaktionäre über seine tatsächlichen Absichten im Unklaren. Gut drei Wochen nachdem die oberösterreichischen Autozulieferer rund ein Zehntel der Aktien des Konkurrenten erworben haben, erteilt Polytec-Chef Friedrich Huemer einem schnellen Übernahmeangebot eine Absage.

MÜNCHEN. "Die Kursanstiege der letzten Tage sind ausschließlich aufgrund einer Übernahmephantasie entstanden, die Erwartungshaltung werden wir vermutlich nicht erfüllen", sagte Huemer dem Handelsblatt.

Huemer hatte bei dem Kauf seines Aktienpaketes Mitte Januar sein "strategisches Interesse" an Grammer angemeldet. Damals standen die Papiere von Grammer bei unter 16 Euro, unmittelbar nach dem Polytec-Einstieg stieg der Kurs entgegen dem Markttrend und schloss am Freitag bei 18,39 Euro. Analysten stuften Grammer nicht zuletzt wegen der Übernahmephantasie hoch. So bestätigte die Unicredito zuletzt Kaufempfehlung und Kursziel von 23 Euro. "Im Unterschied zu Investoren, die in den letzten Tagen bei Kursen um 18 Euro gekauft haben, bin ich der Ansicht, dass das Unternehmen nicht günstig sondern stand alone eher teuer bewertet ist", sagt Huemer.

Grammer ist zu 74 Prozent im Streubesitz und somit ein leichtes Ziel für eine Übernahme. 2007 schockte das Unternehmen die Märkte mit einer Serie schlechter Nachrichten. Ende September musste der Chef der Autosparte seinen Hut nehmen, im Oktober folgte eine Gewinnwarnung und ein Sanierungsprogramm. Neben Polytec halten die Finanzinvestoren EQMC zehn Prozent und Axxion 5,6 Prozent. Für sie wäre selbst zum jetzigen Kurs ein Verkauf ein Verlustgeschäft, beide haben in den Jahren 2005 und 2006 ihre Aktien bei Kursen deutlich über 20 Euro erworben.

Polytec ist vor allem durch Akquisitionen gewachsen. In den vergangenen Jahren hat Huemer Dutzende Firmen gekauft und integriert. In Grammer sieht er eine gute Ergänzung als Zulieferer für Auto-Inneneinrichtungen. Huemer hat Polytec vor zwanzig Jahren gegründet und hält heute noch 30 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, das sich auf die Produktion von Türverkleidungen und Dachhimmeln spezialisiert hat.

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