Jamie Baker von JP Morgan sieht inzwischen eine 80-Prozent-Wahrscheinlichkeit, dass die Delta-Fusion sowohl von den Gläubigern unterstützt als auch von den Kartellbehörden genehmigt würde. Der Analyst rechnet jedoch ebenfalls noch mit Gegenofferten anderer Fluggesellschaften. Gemeinsam würden US Airways und Delta künftig die weltgrößte Fluggesellschaft bilden und Marktführer American vom Thron stoßen. Das fusionierte Unternehmen, das unter der weltweit bekannteren Marke Delta fliegen soll, käme mit rund 85 000 Beschäftigten auf gut 20 Mrd. Dollar Umsatz. Die Ratingagentur Standard & Poor’s geht in diesem Falle von Folgeübernahmen aus, die auch Northwest Airlines, Continental Airlines oder den United-Mutterkonzern UAL Corp. unter die Haube bringen könnten.
Nach den Star-Alliance-Partnern US Airways und United sind im Vorjahr auch Delta und Northwest unter den Gläubigerschutz des US-Konkursrechts (Chapter 11) geschlüpft, der Firmen bei Weiterführung des Betriebs einen radikalen Kostenabbau ermöglicht. Vorstandschef Douglas Parker, der erst im Vorjahr US Airways und America West fusionierte, ist deshalb schwer daran interessiert, Delta noch während der Insolvenzphase zu übernehmen: Nur dann könne er sich die Firma so zurechtschneiden, dass sie maßgerecht in den Betrieb passt, heißt es bei Analysten. Trotzdem sehen sie Parker vor einer Herkulesaufgabe: „Das große Risiko besteht darin, die Gewerkschaften zu vereinen. Noch sind nicht einmal die Gruppen von US Airways und America West zusammengeführt“, warnt Phil Baggaley von Standard & Poor’s.

