Übernahmegerüchte
Pfleiderer-Chef will unabhängig bleiben

Der Holzverarbeiter Pfleiderer pocht auf seine Eigenständigkeit. Zwar bestätigte Unternehmenschef Hans Overdiek am Donnerstag Gespräche mit Finanzinvestoren. Er betonte jedoch, Pfleiderer wolle selbstständig bleiben und sich massiv gegen eine eventuelle feindliche Übernahme wehren.

fas/HB MÜNCHEN. Für den Fall einer feindlichen Übernahem drohte Overdiek auch mit Rücktritt. Er schränkte allerdings ein, dafür keine Anzeichen zu haben. Formale Gespräche würden derzeit nicht geführt. Finanzinvestoren stünde er offen gegenüber, stellte aber Bedingungen. "Ich würde einen weiteren Kerninvestor nach der Familie Pfleiderer begrüßen, wenn er die Strategie des Unternehmens unterstützt", sagte Overdiek, der nach einem schweren Autounfall erst seit kurzem wieder die Geschicke des Unternehmens aus Neumarkt in der Oberpfalz führt. "Ein starker Finanzinvestor ist immer gut und kann helfen."

Pfleiderer habe aber keinen dringenden Bedarf nach zusätzlichen Mitteln. Investitionen in den nächsten sechs bis zwölf Monaten könnte die Firma über bestehende Kreditlinien und aus der gut gefüllten Kasse alleine stemmen. Overdiek will vor allem in Osteuropa weiter zukaufen, wo das Geschäft mit Möbeln derzeit boomt.

Erst am Mittwoch hatte das MDax-Unternehmen bestätigt, von Finanzinvestoren auf einen Einstieg angesprochen worden zu sein. Einer von ihnen habe auch Interesse an einer Übernahme geäußert. Namen wollte Overdiek nicht nennen. Nach Medienberichten handelt es sich bei den Interessenten um Allianz Capital Partners und One Equity Partners. Zuletzt war der bayerische Möbelzulieferer Surteco mit gut drei Prozent bei Pfleiderer eingestiegen. Surteco -Chef Friedhelm Päfgen ist Aufsichtsratsmitglied bei Pfleiderer. Die beiden Firmen arbeiten seit Jahren zusammen.

Overdiek bestätigte, dass der überraschende Weggang von Finanzvorstand Derrick Noe am Montag in Zusammenhang mit dem möglichen Übernahmeangebot stehe. Vorstand und Aufsichtsrat hätten keine ausreichende Vertrauensbasis mehr gesehen, nachdem er - offenbar ohne Wissen des Vorstands und des Aufsichtsrats - Kontakt zu dem möglichen Käufer aufgenommen hatte. In einer ersten Stellungnahme hatte das Unternehmen von "persönlichen Differenzen" gesprochen. Der abrupte Abschied hatte die Märkte schockiert und für einen Kurseinbruch gesorgt. Am Donnerstag lagen die Papiere rund acht Prozent im Minus bei 12,62 Euro.

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