Übernahmegerüchte
Scania und MAN rücken zusammen

Die mögliche Übernahme des schwedischen LKW-Herstellers Scania durch den Münchener Konkurrenten MAN würde von Analysten begrüßt. Die Vereinigung würde die Position beider Unternehmen erheblich stärken.

hof/hst/hz STOCKHOLM/FRANKFURT. „MAN ist ein sehr regional auf Europa ausgerichtetes Unternehmen, noch stärker als Scania. Gemeinsam könnten sie eine stärkere Position erreichen. Sie passen recht gut zusammen“, sagte der Auto-Analyst Christer Karlsson, Professor an der Kopenhagener Business-School.

Nachdem am Dienstag Spekulationen über ein Übernahmeangebot aufgekommen waren, war die Scania-Aktie innerhalb weniger Minuten um neun Prozent in die Höhe geschossen und dann zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt worden. Bereits am Mittwochmorgen nahm die Börse in Stockholm überraschend den Handel wieder auf.

Scania gilt in der Branche seit langem als begehrtes Kaufobjekt. Die Schweden gehören weltweit zur Spitzengruppe der Hersteller von schweren LKWs und werden als Premiumanbieter angesehen. Seit Jahren erzielen sie überdurchschnittliche Margen. Mit einer Marktkapitalisierung von rund acht Mrd. Euro ist Scania aber ein „verdaulicher Brocken“, wie Analysten formulieren. MAN könne sich eine Mehrheitsübernahme nach dem Verkauf der Druckmaschinen-Sparte und einiger Randgeschäfte durchaus leisten.

Es gibt allerdings auch kritische Analystenstimmen: Sie weisen darauf hin, dass nach einem vierjährigen Aufschwung die Preise in der Branche so hoch sind wie lange nicht mehr. Ein Kauf würde teuer für MAN. Allein die Scania-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten ein Drittel zugelegt. Vor fünf Jahren war das Papier weit weniger als die Hälfte wert. „Aus dem Daimler-Chrysler-Deal sollte man eigentlich gelernt haben, nicht auf dem Höhepunkt zu kaufen“, sagte ein Analyst.

MAN-Chef Hakan Samuelsson hatte in den vergangenen Wochen angekündigt, beim Absatz schwerer LKWs über 16 Tonnen näher zu den beiden Weltmarktführern Daimler-Chrysler und Volvo aufrücken zu wollen. Diese verkaufen fast dreimal so viele LKWs wie MAN. Kaufkandidaten wollte er damals nicht nennen. „Allzu viele Chancen gibt es in der Branche nicht“, sagte Samuelsson aber noch Anfang des Monats der „Financial Times“. Der MAN-Chef machte deutlich, dass er einen aktiven Part bei der Marktbereinigung spielen wolle.

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