Übernahmegerüchte
Spekulationen treiben Volvo-Kurs

Gerüchte über eine Übernahme des Lkw- Herstellers Volvo haben am Donnerstag den Aktienkurs des schwedischen Nutzfahrzeuganbieters nach oben getrieben.

HB GÖTEBORG. Die schwedische Finanzzeitung „Dagens Industri“ hatte gemeldet, der Investor Thomas Sandell suche Partner für einen Einstieg bei Volvo. Die beiden deutschen Hersteller MAN und Daimler-Chrysler erklärten, sie seien nicht interessiert. Die französische Renault will an ihrem 20-prozentigen Volvo-Anteil festhalten.

„Wir dementieren ein Interesse an Volvo“, sagte ein MAN-Sprecher. Ähnlich äußerte sich der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller DaimlerChrysler, der weltweit jeden fünften Lkw und Transporter produziert. „Ein Zusammenschluss des größten mit dem zweitgrößten Nutzfahrzeughersteller ist für uns kein realistisches Szenario“, sagte ein Sprecher in Stuttgart. Volvo hat einen Weltmarktanteil von rund zehn Prozent.

Die Papiere des Münchener Nutzfahrzeug- und Maschinenbau-Konzerns MAN gehörten mit einem Plus von zeitweise drei Prozent zu den größten Gewinnern im Dax, Daimler-Chrysler notierten ein halbes Prozent höher.

Mögliche Volvo-Investoren stoßen beim französischen Großaktionär Renault offenbar nicht auf Verkaufsinteresse. Ein Sprecher dementierte Gerüchte über Verkaufsgespräche. „Wir sind bislang sehr zufrieden mit unserer Beteiligung an Volvo und deshalb ist diesbezüglich nichts geplant.“ Die Franzosen halten den Anteil noch aus der Zeit einer gescheiterten Allianz im Pkw-Bereich. Die Volvo-Pkw-Sparte gehört inzwischen zum US-Konzern Ford.

Volvo selbst wollte die Marktgerüchte nicht kommentieren. Ein Firmensprecher wies aber darauf hin, dass das Unternehmen wachsendes Interesse von ausländischen Investoren registriert habe. An der Börse wurden am Donnerstag doppelt so viele Volvo-Aktien gehandelt wie im 30-Tage-Schnitt. Nach Angaben des Volvo-Sprechers haben sich in vergangenen Wochen mit dem Robur Fonds und der Beteiligungsgesellschaft Investor der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg zwei Großaktionäre teilweise aus dem Unternehmen zurückgezogen.

Skeptisch äußerte sich ein Londoner Analyst. Er wies darauf hin, dass im Fall einer Volvo-Übernahme wichtige Anteilseigner wie der schwedische Pensionsfonds überzeugt werden müssten. Jan Gackenholz, Kreditanalyst der Royal Bank of Scotland, zweifelte daran, dass eine mit Fremdkapital finanzierte Übernahme von Volvo angesichts des Firmenwertes von rund 24 Mrd. Euro zu stemmen wäre.

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