Übernahmegerüchte
Wertverlust macht Conti zum Schnäppchen

Der fränkische Autozulieferer Schaeffler hat Interesse an einer Übernahme des Continental-Konzerns. Der Aktienkurs des Autozulieferers legte am Montag zum Börsenstart rund 27 Prozent auf mehr als 67 Euro zu. An der Börse setzt man damit offenbar bereits auf eine feindliche Übernahme, denn Schaeffler will angeblich 60 Euro pro Conti-Aktie bieten.

DÜSSELDORF. Die Aktie von Continental verlor in zwölf Monaten rund die Hälfte ihres Werts von in der Spitze 110 Euro. In den vergangenen Wochen kamen mehrfach Spekulationen über das Interesse von Investoren auf.

Das Geld könnten die Familieneigentümer des auf Wälzlager spezialisierten Unternehmens Schaeffler mit den Marken INA, LuK und FAG sicher aufbringen. Was konkret hinter den Gerüchten steckt, ist aber unklar. Schaeffler und Continental bestätigten am Montag einen ersten Kontakt Ende vergangener Woche wegen eines möglichen Engagements der Schaeffler-Gruppe bei dem Unternehmen in Hannover. Weitere Gespräche hätten nicht stattgefunden.

Auf der Hand liegt, dass Conti eine günstige Gelegenheit darstellt. Der aktuelle Wert des Unternehmens beträgt nach den jüngsten Kursverlusten nicht einmal neun Mrd. Euro. Ein Schnäppchen - bedenkt man, dass die Niedersachsen für den Kauf von VDO im vergangenen Sommer netto knapp elf Mrd. Euro ausgeben mussten. Ein Rabatt auf VDO - und die alte Conti mit ihrem hohen Cash Flow würde ein neuer Besitzer quasi obendrauf bekommen.

Das Rechenexempel zeigt, wie weit der niedrige Kurs von einem fairen Wert für den Konzern entfernt ist. Zumal Wennemer ab 2010 jährliche Synergien von mindestens 300 Mill. Euro in Aussicht gestellt hat. Allerdings drücken Schulden von mehr als zehn Mrd. Euro und die schlechten Aussichten für die Autobranche besonders in den USA die Bewertung der Conti.

Schaeffler soll den Hannoveranern ein Angebot in Höhe von mehr zehn Mrd. Euro unterbreitet haben, berichtete die "Financial Times" am Samstag. Das Herzogenauracher Familienunternehmen arbeite Kreisen zufolge mit der Royal Bank of Scotland (RBS) zusammen und sei notfalls auch zu einer feindlichen Übernahme bereit.

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