Übernahmegespräche
BASF und Engelhard zum X-ten

Der Versuch des Chemiekonzerns BASF, den amerikanischen Spezialchemie- und Katalysatorhersteller Engelhard zu übernehmen, geht am Wochenende in die nächste Runde. Eine Annäherung der Unternehmen allerdings ist nicht in Sicht.

FRANKFURT. Analysten gehen überwiegend davon aus, dass die Ludwigshafener BASF das Angebot für Engelhard nochmals auf dem bisherigen Niveau verlängern oder allenfalls leicht aufstocken wird. BASF selbst wollte zu diesen Spekulationen nicht Stellung nehmen. Man werde sich aber bis zum Ablauf der Angebotsfrist über das weitere Vorgehen äußern, sagte ein Sprecher. Der Ludwigshafener Chemiekonzern will mit der Übernahme von Engelhard seine Position im Geschäft mit Katalysatoren und Pigmenten ausbauen. BASF hat Anfang Januar ein Übernahmeangebot für Engelhard zum Preis von 37 Dollar je Aktie oder umgerechnet rund 4,1 Mrd. Euro vorgelegt. Das Engelhard-Management lehnt dies als zu niedrig ab.

Das Angebot ist bereits mehrfach verlängert worden und läuft formal noch bis Freitag 17 Uhr New Yorker Zeit. Allerdings hat BASF noch bis zum Start des Börsenhandels am Montagmorgen Zeit, sich zum weiteren Vorgehen zu äußern.

In den vergangenen vier Wochen hatte der Ludwigshafener Konzern die Möglichkeit, einen genaueren Blick in die Bücher von Engelhard zu werfen. Im Gegenzug musste er sich verpflichten, keine weiteren Aktivitäten für die Wahl neuer Board-Mitglieder bei Engelhard zu betreiben. Dieses Stillhalte-Abkommen läuft ebenfalls am Freitag aus, so dass BASF auf dieser Schiene den Druck auf das Engelhard-Management wieder verstärken könnte.

Engelhard-Chef Berry Perry fordert bisher eine Bewertung von mehr als 40 Dollar je Aktie für sein Unternehmen. Mehrere Investmentbanken wurden beauftragt, nach strategischen Alternativen zu suchen, einschließlich eines Verkaufs zu besseren Konditionen. Dass ein konkurrierender Bieter auftreten könnte, gilt unter europäischen Analysten als relativ unwahrscheinlich. Beobachter in den USA verweisen indes darauf, dass potenzielle Interessenten bisher keine Eile haben müssen, aus der Deckung zu kommen. „Sie können zunächst die weiteren Aktionen von BASF abwarten und dann immer noch eingreifen“, sagt der Manager eines US-Fonds, der bei Engelhard engagiert ist.

BASF signalisierte bislang lediglich die Bereitschaft, das Angebot um einen Dollar zu erhöhen, falls zusätzliche Daten von Engelhard eine entsprechende Bewertung rechtfertigten. Analysten bewerten das als Indiz dafür, dass der BASF-Vorstand nach wie vor sehr strikt darauf bedacht ist, die Renditen des Konzerns nicht zu verwässern. „Der Konzern geht das ziemlich rational an“, sagt Chemieanalyst Lutz Grueten von Keppler Equities. Die meisten externen Beobachter gehen andererseits davon aus, dass BASF nach wie vor sehr stark an einer Übernahme von Engelhard interessiert ist und die Offerte für Engelhard zumindest in einem gewissen Rahmen aufstocken könnte, ohne bei den eigenen Investoren in Ungnade zu fallen. „Solange man unter 40 Dollar je Engelhard-Aktie bleibt, wäre das aus Sicht des Kapitalmarktes sicherlich kein Problem für die BASF-Aktie“, schätzt Jürgen Reck von Oppenheim Research.

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