Übernahmegespräche beendet
Scottish Power gibt Eon einen Korb

Die milliardenschwere Übernahme des britischen Energieversorgers Scottish Power durch den deutschen Marktführer Eon ist geplatzt. Die Verhandlungen seien an überzogenen Preisvorstellungen der Briten gescheitert, teilte Eon am Dienstag in Düsseldorf mit.

HB DÜSSELDORF. „Die Preiserwartungen von Scottish Power waren völlig unrealistisch“, begründete ein Eon-Sprecher am Dienstag in Düsseldorf den Abbruch der Verhandlungen. Eon habe dem britischen Unternehmen 570 Pence je Aktie in bar abzüglich von Sonderausschüttungen angeboten. Damit lag das Angebot bei 10,7 Mrd. Pfund (rund 15,6 Mrd. Euro). Scottish Power habe Eon mitgeteilt, „den Vorschlag nicht weiter verfolgen zu wollen“. In Großbritannien waren Preise von mehr als 600 Pence für Scottish Power gehandelt worden.

Mit dem Erwerb von Scottish Power wäre der Düsseldorfer Konzern auch in Großbritannien zum führenden Energieversorger aufgestiegen. Eon ist durch Firmenzukäufe in den vergangenen Jahren bereits in England aktiv. Der Eon-Konzern erzielte im vergangenen Jahr gut 49 Mrd. Euro Umsatz. Davon entfielen auf Großbritannien knapp 8,5 Mrd. Euro. Das sind rund 17 Prozent. Von weltweit 69 700 Mitarbeitern (Ende 2004) sind rund 10 400 in Großbritannien tätig.

An der Börse wurde die Absage am Dienstag begrüßt: Die Eon- Aktie notierte mit einem Plus von fast drei Prozent bei 80,75 Euro. Die Papiere von Scottish Power brachen dagegen zeitweise um acht Prozent auf 525 Pence ein. „Anleger hatten befürchtet, dass Eon einen zu hohen Preis für Scottish Power zahlen muss“, begründete WestLB-Analyst Peter Wirtz das Kursplus. Fondsmanager Herbert Wertz von Generali Asset Management hätte auch 600 oder 620 Pence wegen der strategischen Bedeutung der Übernahme noch gerechtfertigt gesehen.

Der Abwärtstrend der Scottish-Power-Aktie wurde auch nicht durch die Ankündigung einer höheren Dividende durch Konzernchef Ian Russell gebremst. Auf einer Telefonkonferenz verteidigte er die Ablehnung des Eon-Angebots. Es habe den tatsächlichen Wert des Konzerns nicht widergespiegelt. In Londoner Branchenkreisen hieß es, der Preis habe von Anfang an im Vordergrund gestanden. Scottish Power habe wiederholt mehr gefordert, Eon habe zwei Mal nachgelegt. Da es keine prinzipiellen Widerstände gegeben habe, sei auch eine Wiederaufnahme der Verhandlungen denkbar. Nach britischem Recht sind Eon hierfür im nächsten halben Jahr aber die Hände gebunden. Ein erster Schritt müsste von Scottish Power ausgehen.

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