Übernahmekampf
Arbeiternehmervertreter in Sorge um Jobs bei Stada

Der Kampf um die Übernahme des Pharmakonzerns Stada geht in die nächste Runde: Nach dem verbindlichen Angebot des US-Finanzinvestors Advent erklärt nun die Gewerkschaft die Sicherung der Arbeitsplätze zur Priorität.
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Bad Vilbel Der Grippostad-Hersteller Stada bringt Struktur in den Verkaufsprozess. Durch einen transparenten und fairen Prozess, der auch weiteren Bietern offenstehe, solle sichergestellt werden, dass alle Kaufinteressenten den gleichen Informationsstand erhielten, teilte das Unternehmen am Samstag mit. Dazu sei ein Datenraum eingerichtet. Die bislang drei potenziellen Bieter seien zu einer mehrstufigen Prüfung der Bücher eingeladen worden.

Der Investor AOC hatte am Freitag Stada vor einer voreiligen Festlegung auf das Übernahmeangebot der Beteiligungsgesellschaft Advent gewarnt. Advent war am Donnerstag vorgeprescht und hatte ein verbindliches Übernahmeangebot für Stada über mehr als 3,6 Milliarden Euro vorgelegt. Advent bietet 58 Euro je Aktie und die Dividende für 2016, fordert aber bis Montag grünes Licht vom Stada-Vorstand dafür. Die Rivalen Bain Capital und Cinven haben bisher nur unverbindliche Angebote über 58 und 56 Euro je Aktie avisiert. Sie wollen Finanzkreisen zufolge erst genauer in die Bücher von Stada schauen, ehe sie sich festlegen.

Derweil sind Arbeitnehmervertreter besorgt über den Erhalt der Jobs bei dem Pharmakonzern. „Natürlich machen wir uns Gedanken darüber“, sagte Alexander Wiesbach, Betriebsbetreuer der Gewerkschaft IG BCE für Stada, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Sicherung der 1300 Arbeitsplätze in Deutschland und auch der Arbeitsbedingungen haben für uns oberste Priorität.“ Man prüfe, wie die drei Bieter für Stada sich bei Firmen-Übernahmen in der Vergangenheit verhalten hätten, um sich für Gespräche vorzubereiten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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