Übernahmekampf
Arcelor versucht Mittal auszutricksen

Mit einem Trick versucht der luxemburgische Stahlhersteller Arcelor, sich vor der Übernahme durch den größeren Konkurrenten Mittal Steel zu schützen. Arcelor-Chef Guy Dolle setzt offenbar darauf, Mittal die Finanzierung zu erschweren.

HB PARIS. Wie Dolle laut der Freitagsausgabe des „Wall Street Journal“ am Donnerstag sagte, bereite sich sein Unternehmen darauf vor, einen Verkauf des erst kürzlich übernommenen kanadischen Stahlunternehmens Dofasco zu verunmöglichen. Demnach soll Dofasco so umgebaut werden, dass der später geplante Verkauf durch Mittal verhindert wird. Details des Plans nannte Dolle allerdings nicht.

Marktbeobachtern zufolge könnte Arcelor versuchen, Dofasco mit einem anderen Stahlunternehmen zu fusionieren. Arcelor könnte dabei beispielsweise für den Fall eines Eigentümerwechsels eine Strafzahlungsklausel vereinbaren. Eine Mittal- Sprecherin sagte laut „Wall Street Journal“, dass der Mittal-Konzern Dofasco nicht zwingend verkaufen müsse. Ihr Unternehmen könne die Akquisition auch ohne den Dofasco- Verkauf stemmen. Dolle zufolge sei die geplante Blockade des Dofasco-Verkaufs nur ein Teil der Verteidigungsstrategie seines Unternehmens.

Mittal hatte angekündigt, Dofasco bei einer erfolgreichen Übernahmeofferte für Arcelor an Thyssen-Krupp weiterzuverkaufen. Der deutsche Stahlkonzern hatte sich zuvor eine Übernahmeschlacht mit Arcelor um Dofasco geliefert, zog aber den Kürzeren. Nach Mittals Plan soll Thyssen-Krupp 68 kanadische Dollar je Aktie zahlen – das letzte Angebot beim Ringen um den Konzern –, was Dofasco mit rund 5,4 Mrd. Dollar (3,84 Mrd. Euro) bewertet. Arcelor hatte für Dofasco letztlich 71 Dollar je Aktie oder 5,6 Mrd. Dollar gesamt bezahlt.

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