Übernahmekampf
Baukonzern Hochtief gibt nicht auf

Hochtief macht es dem Großaktionär ACS noch einmal schwerer. Der Essener Baukonzern setzt nun Giftpillen gegen die Übernahme ein: Veränderte Klauseln in Darlehensverträgen sollen ACS abschrecken. Doch der Investor ist beinahe am Ziel.
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DÜSSELDORF. Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter kämpft bis zur letzten Sekunde gegen die Übernahme durch den spanischen Baukonzern ACS. Zum Jahresende hat er die Klauseln für wichtige Darlehensverträge verändert. Sie sollen die Spanier davor abschrecken, zum Beispiel einen Beherrschungsvertrag abzuschließen oder eine Sonderdividende auszuschütten.

So hat Hochtief, wie Finanzvorstand Burkhard Lohr in der "Börsenzeitung" erläuterte, die "Change-of-Control-Klauseln" in den Kreditverträgen aufgehoben. Sie hätten es den Banken erlaubt, die Darlehen zu kündigen, wenn ein Angreifer 30 oder mehr Prozent der Anteile erwirbt. Die Klauseln wurden ersetzt durch ein "Ringfencing-Agreement", eine Abschottungsvereinbarung. Darin verpflichtet sich das Management, keine Verträge mit ACS zu unterzeichnen, die die Kreditwürdigkeit von Deutschlands größtem Baukonzern schwächen würden. Während Hochtief kaum Schulden hat, sitzt ACS auf Verbindlichkeiten von neun Milliarden Euro.

Die Change-of-Control-Klauseln hatte Lütkestratkötter in den vergangenen Jahren eingeführt, um das Unternehmen zu schützen, falls sich die Mehrheitsverhältnisse ändern. Genau diese Situation steht offenbar kurz bevor.

Denn bereits Dienstagabend hatte der spanische Angreifer seinen Anteil an Hochtief auf 29,4 Prozent erhöht - und somit sein Ziel von 30 Prozent fast erreicht. Traditionell tauschen vor allem institutionelle Investoren immer erst wenige Stunden vor Ablauf der Frist, die in diesem Fall in der vergangenen Nacht um null Uhr endete. Der US-Fonds Southeastern Asset Management hat bereits angekündigt, die Hälfte seines Bestands von über fünf Prozent zu tauschen. Auch der Anlageberater Institutional Shareholder Services (ISS) hat seinen Klienten empfohlen, die Offerte teilweise anzunehmen.

Die neuen Hochtief-Klauseln für ein Kreditvolumen von 3,7 Milliarden Euro erschweren den Durchgriff von ACS auf Hochtief. Ein Beherrschungsvertrag, aber auch eine Sonderdividende würden nun ein Kündigungsrecht der Banken auslösen. Anders als zu Zeiten der Change-of-Control-Klauseln haben die Banken jetzt aber kein Sonderkündigungsrecht mehr, wenn ein Konkurrent 30 oder mehr Prozent der Aktien von Hochtief besitzt. Die neue Abschottungsvereinbarung sei "eine Art von Giftpille, um ACS abzuwehren", sagt ein mit dem Vorgang Vertrauter. Aber die Vereinbarung habe auch für Hochtief die Konsequenz, für die neu ausgehandelten Kredite höhere Zinsen zahlen zu müssen. Eine Hochtief-Sprecherin sagte lediglich, es sei darum gegangen, die Finanzierung des Konzerns zu sichern.

ACS wollte die Veränderung nicht kommentieren. "Hochtief stellt sich jetzt den Tatsachen, dass ACS die 30-Prozent-Hürde nimmt", heißt es in Unternehmenskreisen. Am Dienstag will ACS das Ergebnis des Aktienumtauschs veröffentlichen.

Der Übernahmekampf spaltet jetzt auch die Belegschaft in Essen. Betriebsratschef Siegfried Müller fühlt sich von IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel hintergangen. Der hat bereits ein Abkommen mit ACS abgeschlossen, um die Beschäftigung zu sichern.

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  • Jeder gute Deutsche sollte jetzt Hochtief-Aktien kaufen und auf keine Fall eintauschen!Selbst ist der Deutsche, wenn ihn die Politik verläßt!

    Es ist mehr als traurig. Die deutsche Politik läßt einen grundsoliden Konzern durch einen verkrachten ausländischen Angreifer ohne Gegenwehr zerstören und die Arbeitsplätze vernichten.

  • Jeder gute Deutsche sollte jetzt Hochtief-Aktien kaufen und auf keine Fall eintauschen!Selbst ist der Deutsche, wenn ihn die Politik verläßt!

    Es ist mehr als traurig. Die deutsche Politik läßt einen grundsoliden Konzern durch einen verkrachten ausländischen Angreifer ohne Gegenwehr zerstören und die Arbeitsplätze vernichten.

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