Übernahmekampf beschäftigt Gerichte
Juristisches Tauziehen um Endesa

Der Übernahmekampf um Endesa wird zum juristischen Tauziehen. Eons Konkurrent Gas Natural hat nun auch bei einem New Yorker Gericht beantragt, die 37 Mrd. Euro schwere Offerte des deutschen Konzerns zu stoppen.

DÜSSELDORF/MADRID. Mittlerweile beschäftigen inzwischen ein halbes Dutzend Klagen und Beschwerden Gerichte in Spanien und den USA. Die Erfolgsaussichten sind zwar vage, der ohnehin langwierige Übernahmekampf könnte sich aber weiter verzögern.

Der spanische Gasversorger beantragte, das Übernahmeangebot zu blockieren, weil Eon Insiderinformationen missbraucht habe und mit dem Endesa-Management widerrechtliche Absprachen getroffen habe. Die Klage in den USA ist möglich, weil sowohl Endesa als auch Eon an der New Yorker Börse notiert sind. Eon wollte den juristischen Schachzug nicht kommentieren. Den darin erhobenen Vorwurf, wies eine Sprecherin aber zurück. In Eon-Kreisen wird darauf verwiesen, dass die spanische Börsenaufsicht CNMV entsprechenden Vorwürfen nachgegangen sei und sie mehrfach als unbegründet zurück gewiesen habe.

Eon-Chef Wulf Bernotat kämpft seit Februar um den größten spanischen Versorger, als er die 25 Mrd. Euro schwere Offerte von Gas Natural konterte, und steht dabei vor immer neuen Hürden. Zur Zeit wird der Übernahmekampf vor allem vor Gericht ausgetragen.

Für Gas-Natural-Chef Rafael Villaseca dürfte der Rechtsweg die einzige Möglichkeit sein, Eon aus dem Feld zu schlagen. Schließlich liegt die eigene Offerte mit 23,90 Euro je Aktie deutlich niedriger als die 35 Euro von Eon. Der Konzern hatte zuvor Eon und Endesa ebenfalls unter dem Vorwurf illegaler Absprachen vor einem Handelsgericht in Barcelona verklagt. Das Gericht leitete zwar vor wenigen Wochen Voruntersuchungen ein, Eon liegen aber bislang noch keine Unterlagen aus Barcelona vor. Zuletzt reichte Gas Natural in Barcelona eine weitere Klage ein, derzufolge Eons Offerte gegen das EU-Wettbewerbsrecht verstoßen soll. Die Erfolgsaussichten dürften aber gering sein, da die EU-Kommission die Offerte bereits geprüft und genehmigt hat.

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