Übernahmekampf

Brauriese SAB Miller will Foster’s übernehmen

Jetzt geht es für Foster’s ums Ganze. Nachdem der australische Braukonzern ein Übernahmeangebot von SAB Miller abgelehnt hat, wendet sich dieser nun direkt an die Aktionäre.
Update: 17.08.2011 - 08:59 Uhr 1 Kommentar
Eine Flasche kaltes Foster's Bier. Quelle: Reuters

Eine Flasche kaltes Foster's Bier.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDas Angebot ist verlockend. Zehn Milliarden Dollar (9,5 Milliarden australische Dollar) hat SAB Miller, der zweitgrößte Bierbrauer der Welt, den Aktionären des Konkurrenten Foster’s auf den Tisch gelegt. Damit hat SAB Miller ein feindliches Übernahmeangebot vorgelegt und der Übernahmekampf zwischen dem britischen Branchenprimus und Australiens bekannter Biermarke geht in die entscheidende Runde.

Ende Juni hatte Foster’s - das neben dem gleichnamigen Lager auch Carlton Draught, Corona und Stella Artois als Marken im Programm hat - ein Kaufangebot von SAB Miller umgehend als zu niedrig abgelehnt. Der Getränkeriese (Grolsch, Pilsner Urquell) hatte 9,5 Milliarden australische Dollar geboten, also den gleichen Preis wie jetzt auch den Investoren.

Die größten Brauereien der Welt
hb_groesste_brauerei
1 von 16

Die Fußball-WM konnte die Jahresbilanz nicht retten: Im vergangenen Jahr setzten die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager 98,3 Millionen Hektoliter Bier ab. Das waren nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes rund 1,7 Millionen Hektoliter oder 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch weltweit gehören die deutschen Brauereien längst nicht mehr zur Weltspitze - zumindest nicht im Hinblick auf ihren Ausstoß. Nur wenige deutsche Brauer schaffen es unter die globalen Branchengrößen.

Foto: dpa

hb_groesste_brauerei
2 von 16

Immerhin unter die ersten Vierzig der weltgrößten Brauereien schaffte es Bitburger. Das Unternehmen hatte 2010 einen Marktanteil von müden 0,4 Prozent am weltweiten Ausstoß von 1 846 Millionen Hektoliter und landete damit auf Platz 37 der Branchenübersicht des Hopfenhändlers Barth-Haas Group. Bitburger verdeutlicht, was für alle deutschen Brauereien gilt: Sie können international nicht mithalten. Den Anschluss an den Weltmarkt hätten die Unternehmen trotz des guten Rufs der deutschen Biere verpasst, meinen Branchenkenner.

hb_groesste_brauerei
3 von 16

Nur wenig besser schneidet Oettinger ab. Die Bayern standen mit einem Marktanteil von 0,4 Prozent auf Platz 33. Damit gehört Oettinger in Deutschland noch zu den großen Brauern. Die meisten der etwa 1.200 Betriebe sind klein und in Familienhand. Zuletzt wuchs auch die Zahl der Kleinstbrauereien, die ihr Produkt nur in einer Gaststätte anbieten.

hb_groesste_brauerei
4 von 16

In Deutschland liegt die Oetker-Tochter Radeberger mit 13,1 Millionen Hektolitern an der Spitze; weltweit reicht es für den 22. Platz. Die Gruppe, die mehr als 40 Biermarken in allen Regionen Deutschlands vermarktet, hielt einen Anteil von 0,7 Prozent am Weltmarkt.

Kirin's beers are placed in a fridge at a convenient store in Tokyo
5 von 16

Die japanische Kirin-Gruppe liegt im weltweiten Vergleich mit einem Marktanteil von 1,6 Prozent auf Platz 10. Im letzten Jahr setzte Kirin weltweit 30,3 Millionen Hektoliter Bier ab. In den USA werden die Kirin-Produkte vom Branchenriesen Anheuser-Busch vertrieben.

Foto: Reuters

hb_groesste_brauerei
6 von 16

Auf Platz neun für 2010 steht Molson-Coors mit 48,7 Millionen Hektolitern und einem Marktanteil von 2,6 Prozent. Das US-amerikanische und kanadische Unternehmen fiel im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze zurück.

hb_groesste_brauerei
7 von 16

Die chinesische Brauerei Yanjing erreichte mit 50,3 Millionen Hektolitern (entspricht einem Marktanteil von 2,7 Prozent) Rang 8. Asien gilt als Wachstumsmarkt, auch für die Brauer. Deutsche Unternehmen sind hier kaum präsent.

Dass sich SAB Miller-Chef Graham Mackay mit der ablehnenden Antwort der Australier nicht zufrieden geben würde, war absehbar. Mackay hatte kurz nach der Zurückweisung seines Angebots erklärt, er werde weiterhin die Gespräche mit Foster's suchen. "Wir glauben immer noch, dass der angebotene Preis attraktiv ist." Und SAB Miller hat schon länger Appetit auf Foster’s. Bereits im vergangenen Jahr hatte es Medienberichte gegeben, wonach SAB Miller die Biersparte der australischen Getränkegruppe übernehmen wollte.

So richtig losgegangen waren die Übernahmespekulationen rund um Foster's, nachdem die Australier im Mai ihr defizitäres Weingeschäft in ein eigenes Unternehmen ausgelagert hatten. Interessant ist Foster’s laut SAB Miller-Chef Mackay  aber nicht nur wegen seiner Stellung als Marktführer im australischen Biermarkt. Weit wichtiger ist für ihn, dass Foster’s auf den asiatischen Wachstumsmärkten stark vertreten ist.

Allerdings kreidete Mackay den Australiern auch das Management ihrer erfolgreichen Marken an, die sich teilweise kanibalisieren würden. Dies sei auch der Grund, warum das Unternehmen in den vergangenen Jahren permanent Marktanteile verloren habe. Hier könne sich SAB Miller mit seiner Kompetenz einbringen.

  • fbr
Startseite

1 Kommentar zu "Übernahmekampf: Brauriese SAB Miller will Foster’s feindlich übernehmen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Stella Artois ist im AB InBev repertoire vertreten und ist einer der Kernmarken des Unternehmens. Warum der Author dieses Artikels SA mit Foster's in Verbindung bringt macht keinen Sinn.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%