Übernahmekampf
Conti sucht Hilfe bei Ex-Angreifer

Der feindliche Übernahmekampf um Conti hat eine neue überraschende Wendung genommen. Nach Informationen des Handelsblatts aus Bankenkreisen zählt zu den möglichen strategischen Interessenten und Finanzinvestoren, mit denen Conti derzeit spricht, nunmehr auch das US-Private-Equity-Haus Bain Capital.

HB FRANKFURT. Der Konzern sucht im Abwehrkampf gegen die Offerte von Schaeffler damit Rückendeckung bei einem früherem Angreifer des Unternehmens. Bain hatte bereits 2006 vergeblich dem Conti-Vorstand ein milliardenschweres Übernahmeangebot gemacht. Doch die Conti-Manager lehnten damals die Offerte ab. Sprecher von Conti und Bain wollten die Informationen nicht kommentieren.

Neben den Gesprächen mit möglichen Investoren verfolgt Conti laut Finanzkreisen im Abwehrkampf aber auch noch andere Optionen. So erwägt der Konzern zum einen, eine Übernahme gegen die Ausgabe von Aktien vorzunehmen, um die Pläne von Schaeffler noch zu durchkreuzen. Auch hierzu würden Gespräche mit mehreren Unternehmen laufen, hieß es. Vorbild könnte das Vorgehen des Mobilfunkunternehmens Freenet sein, das mit einer Übernahme des Konkurrenten Debitel Pläne von United Internet und Drillich vereitelte, die ihrerseits Freenet unter sich aufteilen wollten.

Eine weitere Option der Conti-Banken wäre, einen Staatsfonds als möglichen Interessenten zu finden. Investmentbanker räumten beiden Möglichkeiten indes nur geringe Chancen ein Conti stockte zugleich sein Beraterteam mit Morgan Stanley um eine weitere hochkarätige Investmentbank auf. Insgesamt sind damit mit Bank of America, BNP Paribas, HSBC und Citigroup auch Goldman Sachs, JP Morgan und die Deutsche Bank acht Großbanken bei Conti im Boot.

Nach Informationen aus Finanzkreisen besteht neben Bain von Conti auch Kontakt zu anderen Beteiligungsgesellschaften. So soll neben den bereits genannten US-Private-Equity-Adressen KKR und Apollo auch Blackstone noch nicht abgewunken haben, hieß es. Alle Gespräche seien aber in einem frühen Stadium. Als strategischer Investor wurde neben dem japanischen Reifenhersteller Bridgestone noch der kleinere koreanische Konkurrent Hankook gehandelt. Ein Sprecher von Hankook betonte jedoch, dass an solchen Gerüchten "nichts dran" sei.

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