Übernahmekampf
Conti sucht nach starken Helfern

Continental treibt seinen Abwehrkampf gegen die Schaeffler-Gruppe voran. Angeblich spricht das Unternehmen mit mehreren Interessenten, die mehr für den Autozulieferer bieten wollen als Schaeffler. Doch unter den Finanzinvestoren ist die Auswahl begrenzt: Angesichts der Größe des Dax-Konzerns kommen nur wenige in Frage – und die könnten derzeit ganz andere Probleme haben.

HB HANNOVER/FRANKFURT/LONDON. Mehrere Personen aus dem Umfeld des Unternehmens sagten Reuters am Montag, der Konzern führe Gespräche mit einer Handvoll strategischer Interessenten und Finanzinvestoren, die mehr für Conti bieten wollten als Schaeffler. Ein Einstieg sei über eine Kapitalerhöhung, einen Kauf von Aktien am Markt oder ein öffentliches Angebot möglich. Denkbar sei auch, dass sich mehrere Investoren verbünden.

Conti stockte zudem seine Beratermannschaft auf: Finanzkreisen zufolge hat der Konzern nun auch die Citigroup und die britische HSBC in seinem Abwehrkampf verpflichtet. Conti und die Geldhäuser lehnten Stellungnahmen dazu ab. Das inzwischen aus fünf Banken bestehende Beraterteam - von der Partie sind auch Goldman Sachs, JP Morgan und die Deutsche Bank - ist mit der Suche nach „weißen Rittern“ beauftragt, die eine willkommene Gegenofferte für Conti vorlegen. Damit soll verhindert werden, dass Schaeffler die Kontrolle übernehmen kann.

Unter den Conti-Eignern herrscht zwar weiter Unmut über das als niedrig erachtete Angebot von Schaeffler. Einige haben ihre Wünsche aber offenbar deutlich nach unten angepasst. „Wenn Schaeffler zehn Prozent mehr bieten würde, würde ich angesichts des schwachen Marktumfelds verkaufen“, sagte ein Manager eines Hedgefonds, der nach eigenen Angaben ein großes Aktienpaket hält. In einer Conti-Aufsichtsratssitzung war ein Brief des zu den zehn größten Conti-Aktionären zählenden Investors Perry Capital besprochen worden, der mindestens 115 Euro je Aktie fordert. Anleger spekulieren zwar noch auf eine Erhöhung, aber ihre Hoffnungen sinken allmählich: Die Conti-Aktie notierte am Montag nur noch 1,75 Euro über dem Angebotspreis von 70,12 Euro je Conti-Aktie.

Konzernchef Manfred Wennemer ist nicht grundsätzlich gegen den Einstieg eines Investors, dringt aber auf einen höheren Preis. Wer diesen möglicherweise zahlen will, ist bislang unklar. Für Autobauer verbietet sich der Schritt mehr oder weniger, da sich für Conti dadurch die Belieferung anderer Hersteller erschweren würde. Konkurrenten fallen - wie im Falle Boschs - wegen drohender Kartellschwierigkeiten aus, haben selbst große Probleme wie Delphi oder schlicht nicht die Finanzkraft für ein Gegengebot.

Unter den Finanzinvestoren kommt angesichts der Größe von Conti wohl nur die Topriege in Frage. Allerdings sitzt auch Firmen wie Blackstone, KKR, Apollo und Bain Capital angesichts der Finanzkrise das Geld nicht mehr so locker wie früher. Kreisen zufolge könnten bereits nächste Woche Namen genannt werden. Unklar bleibt weiterhin auch, welche Ziele die Finanzinvestoren verfolgen, speziell ob sie eine Zerschlagung anstreben.

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