Übernahmekampf
Engelhard will weiter mit BASF verhandeln

Der US-Katalysatorenhersteller Engelhard will weiterhin mit dem Chemiekonzern BASF über eine Übernahme verhandeln. Engelhard-Chef Barry Perry sagte dem Handelsblatt, es gehe nicht darum, die Unabhängigkeit des Unternehmens um jeden Preis zu sichern. Zuvor hatte das Engelhard-Management ein von BASF erhöhte Angebot als zu niedrig abgelehnt.

HB LUDWIGSHAFEN. „Wir sind weiterhin offen für alle Diskussionen mit BASF oder anderen Interessenten", sagte Perry. „Das ist vielmehr ein Kampf um eine faire Bewertung im Interesse unserer Aktionäre."

Der US-Spezialchemiekonzern Engelhard wehrt sich mit einem milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm gegen eine Übernahme durch den deutschen Chemieriesen BASF. Obwohl die Ludwigshafener ihr Kaufangebot auf 38 von 37 Dollar je Aktie erhöhten, winkte der Katalysatorenspezialist erneut ab.

Engelhard kündigte am Mittwoch an, für 1,17 Milliarden Dollar 26 Millionen eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Dies seien etwa 20 Prozent der im Umlauf befindlichen Anteilsscheine und ausübbaren Optionen. Der Preis von 45 Dollar je Aktie liegt rund 17 Prozent über dem Engelhard-Schlusskurs vom Dienstag und auch deutlich über dem BASF-Angebot. Analysten erwarten, dass BASF ohne eine erneute Verbesserung seines Angebots bei Engelhard nicht zum Zuge kommen werde.

Nach Einschätzung von Brancheninsidern deutet das angekündigte Aktienrückkaufprogramm allerdings darauf hin, dass Perrys Versuche gescheitert sind, in dem Übernahmekampf einen weißen Ritter zu finden. Die Suche nach einem Interessenten, der das BASF-Angebot aussticht, sei erfolglos geblieben, hieß es in Branchenkreisen. Davon geht auch der Ludwigshafener Chemiekonzern aus. Man sei sicher, dass „es keinen weiteren Bieter gibt, der ein so attraktives Angebot wie das von uns unterbreitete machen kann“, sagte ein Konzernsprecher. Für den Chemiekonzern wäre der Kauf von Engelhard die größte Akquisition in der Firmengeschichte. Mit der Übernahme will BASF in das konjunkturell stabile Geschäft mit Abgaskatalysatoren vordringen, bei dem Engelhard zu den führenden Anbietern zählt.

Finanzexperten in New York rechnen jedoch überwiegend nicht damit, dass die Barofferte von 38 Dollar je Engelhard-Aktie erfolgreich sein wird. „Engelhard wird trotz höherer Wachstumsraten niedriger bewertet als einige Konkurrenten. Warum sollten wir daher die Aktie zu 38 Dollar abgeben?“ betonte der Manager eines bei Engelhard engagierten Fonds. Die Finanzexperten halten auch das Aktienrückkaufprogramm, das 45 Dollar pro Anteilsschein bietet, für eine effektive Gegenstrategie.

Die Entscheidung über das Rückkaufprogramm will Engelhard den Aktionären überlassen, die am 2. Juni zur Hauptversammlung zusammenkommen. Gestern untermauerte das US-Unternehmen seine Abwehrstrategie mit guten Ertragszahlen im ersten Quartal. Bei einem Umsatz von 1,4 Mrd. Dollar erwirtschaftete der Konzern einen Nettogewinn von knapp 69 Mill. Dollar. Damit übertraf Engelhard die eigenen, erst vor kurzem erhöhten Prognosen und auch die Voraussagen der Analysten. Bis 2010 will Engelhard den Gewinn jedes Jahr um 16 Prozent steigern und den Umsatz um acht Prozent erhöhen. Die Börse reagierte auf den Unternehmensausblick und die Ablehnung der BASF-Offerte mit leichten Kursgewinnen der Engelhard-Aktie.

Ob BASF bereit sein wird, das Angebot weiter aufzustocken, ist nach Einschätzung von Analysten fraglich. „BASF hat wiederholt klar gemacht, dass sie sehr preis-sensitiv bei Engelhard ist. Daher wäre es aus unserer Sicht nicht sehr sinnvoll, auf ein deutlich höheres Gebot zu spekulieren“, sagte Andreas Heine von der Hypo-Vereinsbank. Die gute Finanzlage würde es dem Konzern allerdings erlauben, das Angebot zu erhöhen.

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