Übernahmekampf
Eon kommt bei Endesa drei Schritte weiter

Eon hat im Übernahmekampf um den spanischen Versorger Endesa die nächsten Hürden übersprungen: Die spanische Börsenaufsicht CNMV hat die Offerte genehmigt. Wenig später kündigte die Endesa-Führung an, die Klagen gegen Konkurrent Gas Natural zurückzuziehen, durch die bislang der gesamte Übernahmeprozess blockiert ist. Und dann fällte auch noch eine US-Richterin eine Entscheidung.

HB NEW YORK. Ein US-Gericht hat die dort anhängige Klage des deutschen Stromkonzerns gegen den spanischen Mischkonzern Acciona am Donnerstag zugelassen. Eon wirft dem Mischkonzern vor, in einer Mitteilung an die US- Börsenaufsicht SEC irreführende Angaben zu seinen strategischen Zielen bei dem spanischen Versorger gemacht zu haben.

Acciona hatte sich Ende September überraschend 10 Prozent des Endesa-Kapitals gesichert und hat die Beteiligung mittlerweile auf 20 Prozent ausgebaut. Bisher hat der Konzern, der stärkster Aktionär bei Endesa bleiben möchte, nicht ausgeschlossen, die Beteiligung auf knapp unter 25 Prozent zu erhöhen.

Dank der neuesten Entwicklungen könnte der Weg für Eon-Chef Wulf Bernotat frei werden, endlich die Aktionäre des größten spanischen Versorgers zu umwerben. Am Ziel ist Eon freilich noch lange nicht, da sich die Rivalen Gas Natural und Acciona noch nicht geschlagen geben.

Vor allem die Ankündigung von Endesa ist für Bernotat eine gute Nachricht. Zwar hat die CNMV die Offerte formal genehmigt. Sie musste sie aber zugleich wieder einfrieren, weil Endesa gegen den konkurrierenden Bieter Gas Natural bei zwei Gerichten eine einstweilige Verfügung erwirkt hatte. Nach spanischem Recht kann der Bieterwettstreit aber erst beginnen, wenn für alle Offerten die erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Die Endesa-Führung kündigte an, sie wolle schon am heutigen Freitag bei den beiden betroffenen Gerichten, einem Handelsgericht und dem Obersten Gerichtshof beantragen, die Verfügungen aufzuheben. Eon selbst hielt sich zunächst bedeckt.

Der Düsseldorfer Konzern kämpft seit neun Monaten um die Übernahme von Endesa und bietet rund 37 Mrd. Euro. Mit der Genehmigung durch die CNMV liegen dem Unternehmen inzwischen alle behördlichen Genehmigungen vor. Erst vor anderthalb Wochen hatte Spaniens Regierung ihre Blockadehaltung aufgegeben. Das Industrieministerium revidierte einen Beschluss der Energiemarktaufsicht, die harte Auflagen verhängt hatte.

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