Übernahmekampf
Eon macht Endesa Zugeständnisse

Eon kommt dem spanischen Versorger Endesa im Übernahmekampf entgegen: Angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Enel und Acciona verzichtet der Konzern auf eine bisherige Bedingung.

HB DÜSSELDORF. Eon fordere nicht mehr, dass die außerordentliche Hauptversammlung von Endesa die bisher geltende Stimmrechtsbeschränkung aufhebe, teilte der Konzern am Dienstagabend mit. Nach der Beteiligung von Acciona und Enel komme es aus Sicht von Eon entscheidend auf die abschließenden Kapitalverhältnisse bei Endesa an. Eon wolle sich hierauf voll konzentrieren und den Prozess vereinfachen.

Das Übernahmeangebot von Eon für Endesa steht bislang unter der Bedingung, dass die Hauptversammlung von Endesa folgende Satzungsänderung beschließt: Die Änderung von 32 der Satzung dahingehend, dass die Stimmrechtsbeschränkung aufgehoben wird; Änderung weiterer Artikel der Satzung in Bezug auf die Anforderung an die Zusammensetzung des Board of Directors und die Ernennung zum Director oder Chief Executive Officer.

Die weitere Bedingung des Übernahmeangebotes von Eon, dass im Rahmen des Angebotes mindestens 529 481 934 Aktien von Endesa, entsprechend 50,01 Prozent des Grundkapitals von Endesa erworben werden, bleibe unverändert.

Der größte deutsche Energiekonzern bietet 38,75 Euro je Aktie beziehungsweise 41 Milliarden Euro für das spanische Unternehmen. Die Übernahmefrist läuft noch bis Ende März.

Nachdem Enel überraschend bei Endesa eingestiegen war und angekündigt hatte, bis zu knapp 25 Prozent der Aktien zu erwerben haben sich die Aussichten von Eon, die größte Akquisition in der Firmengeschichte erfolgreich abschließen zu können, erheblich verschlechtert. Neben Enel gilt der spanische Mischkonzern Acciona mit 21 Prozent als ein weiterer Großaktionär, der sich gegen die Übernahme stemmt. In Branchenkreisen wurde in den vergangenen Tagen über verschiedene Szenarien spekuliert, wie Eon aus der Bredouille kommen könnte.

So soll die Investmentbank Goldman Sachs dem Vorstand empfohlen haben, Enel-Aktien bis zu 25 Prozent zu erwerben und dieses Paket den Italienern im Tausch gegen deren Endesa-Papiere anzubieten. Diese Variante gilt inzwischen als wenig wahrscheinlich. Vorstandschef Wulf Bernotat will jetzt offenbar alles daran setzen, möglichst viele Endesa-Aktionäre zur Annahme zu bewegen. Selbst für den Fall, dass Eon an der selbst gesteckten Hürde von 50 Prozent scheitern sollte, ist ein Rückzug von Eon aus Spanien nach Ansicht von Experten keineswegs sicher.

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