Übernahmekampf
Hochtief-Angreifer beschafft sich frisches Geld

Der spanische Interessent an einem Übernahme des deutschen Baukonzerns Hochtief lässt nicht locker. ACS will sich nun sogar von seiner Sparte für erneuerbare Energien trennen. Das soll Kapital für Übernahmen in die Kasse spülen – denn das Unternehmen ist trotz allen Ehrgeizes hoch verschuldet.
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HB MADRID. Der Hochtief-Jäger ACS will seine Schulden durch den Verkauf seiner Erneuerbare-Energien-Sparte reduzieren. Wie der spanische Baukonzern am Donnerstag mitteilte, will er sich auf dem Heimatmarkt von Wind- und Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 1757 Megawatt Leistung trennen. Dadurch sollen wettbewerbsrechtliche Hürden bei der Erhöhung des Anteils am spanischen Stromerzeuger Iberdrola beseitigt werden.

Trotz Gegenwehr von Iberdrola will ACS seine Beteiligung von derzeit rund zwölf Prozent aufstocken. Neben Iberdrola kämpft auch der deutsche Bauriese Hochtief gegen ACS. Die Spanier halten bereits knapp 30 Prozent an Hochtief und haben unlängst ein Übernahmeangebot für den Essener Konzern bei der Bundesfinanzaufsicht eingereicht. Hochtief wehrt sich mit allen Mitteln gegen den Angriff aus Madrid. ACS plagen Schulden von mehr als neun Milliarden Euro.

Der Versorger Iberdrola lässt nichts aus, um seinem Hauptaktionär ACS Steine in den Weg zu legen. Über die letzten Jahre hat ACS rund 13 Prozent an Iberdrola zusammengekauft. Der baskische Stromversorger verhinderte bisher aber erfolgreich, dass Repräsentanten von ACS-Chef Florentino Peréz einen der 15 Verwaltungsratssitze von Iberdrola besetzten.

Iberdrola-Präsident José Ignacio Sánchez Galán widersetzt sich mit dem Verweis auf Interessenkonflikte. Spaniens Aktiengesetz verlangt, dass "Verwaltungsräte, die von einem Konkurrenzunternehmen oder Personen, die aus irgendeinem Grund entgegengesetzte Interessen zum Unternehmen haben, ihr Amt auf Antrag eines Anteilseigners oder auf Beschluss der Aktionärsversammlung niederlegen" müssen. Nach Ansicht von Iberdrola sind "beide Firmen reale Konkurrenten in vielen Märkten und waren Rivalen in nationalen und internationalen Ausschreibungen." Tatsächlich ist ACS auch im Bereich der erneuerbaren Energien tätig.

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