Übernahmekampf
Kartellamt verbietet Asklepios Aufstockung bei Rhön

Der Gesundheitskonzern Asklepios will seinen Anteil an dem Klinikbetreiber Rhön aufstocken. Doch das Kartellamt widerspricht, da Asklepios die Auflagen der Behörde nicht erfüllen.
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FrankfurtDas Bundeskartellamt hat Asklepios die geplante Aufstockung seiner Anteile an Rhön-Klinikum verboten. Die Behörde habe den von Asklepios beabsichtigten Anteilsausbau auf bis zu 10,01 Prozent an dem fränkischen Krankenhauskonzern nachträglich untersagt, teilte das Bundeskartellamt am Dienstag mit. Asklepios werde die Auflage des Kartellamts nicht erfüllen, die Harzklinik in Goslar sowie das Medizinische Versorgungszentrum dort an einen unabhängigen Krankenhausträger zu verkaufen.

"Dies ist das erste Mal in unserer Fallpraxis, dass die Beteiligten ihr eigenes Angebot zur Beseitigung wettbewerblicher Probleme schließlich doch nicht umsetzen wollen und deshalb aus einer Freigabe unter aufschiebender Bedingung eine Untersagung wird", erklärte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. Bei Asklepios war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Asklepios-Eigner Bernard Broermann war 2012 bei Rhön eingestiegen und hatte damit die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme der fränkischen Klinikkette durch den Gesundheitskonzern Fresenius erfolgreich torpediert. Mit einem Ausbau der Rhön-Anteile auf über zehn Prozent hätte Asklepios möglicherweise einen Verkauf des Konkurrenten dauerhaft verhindern können.

Allerdings hatten die Rhön-Aktionäre im Juni auf der Hauptversammlung die umstrittene Satzungsklausel gekippt, die bislang für alle wichtigen Entscheidungen eine Mehrheit von mindestens 90 Prozent der Stimmen vorsah. Gegen den Hauptversammlungsbeschluss sind inzwischen mehrere Anfechtungsklagen anhängig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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