Übernahmekampf
Katars Einstieg bei Hochtief macht ACS Probleme

Der Einstieg von Katar bei Hochtief könnte die Strategie des spanischen Baukonzerns ACS über den Haufen werfen, der Deutschlands größten Baukonzern billig übernehmen will. Doch der Schritt wird nun möglicherweise deutlich teurer werden.
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FRANKFURT. Wenn ACS mit dem kürzlich genehmigten Aktien-Tauschangebot nicht über 30 Prozent der Anteile an Hochtief komme und später doch diese Marke überschreite, dann werde ein Pflichtangebot fällig, erklärte eine Sprecherin der Finanzaufsicht BaFin am Montag. Die Befreiung von dem - für ACS voraussichtlich teureren - Pflichtangebot gelte nur für die Laufzeit des freiwilligen Offerte, die noch bis zum 29. Dezember um Mitternacht läuft.

ACS wollte mit der freiwilligen Offerte an die Aktionäre des Essener Konzerns ein Pflichtangebot vermeiden, dessen Höhe sich nach dem Durchschnittskurs an der Börse richtet. Beim bisherigen Anteil von knapp unter 30 Prozent hätten den Spaniern schon wenige tauschwillige Hochtief-Aktionäre gereicht, um die Hürde zu überspringen. Der Einstieg von Katar lässt die Beteiligung des Infrastrukturkonzerns aber auf etwa 27 Prozent abschmelzen.

Für die Hochtief-Aktionäre ist ein Tausch in ACS-Aktien bei dem derzeitigen Kurs unattraktiv.

Hochtief hatte am Montag mitgeteilt, die Qatar Holding LLC als Anteilseigner gewonnen zu haben. Das Investmentunternehmen des Emirats Katar solle 9,1 Prozent am neuen Grundkapital von Hochtief halten. Spekulationen über einen Einstieg des Emirats, das auch die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ausrichtet und dafür Milliarden-Investitionen in die Stadien und Infrastruktur angekündigt hat, gibt es seit Wochen. Hochtief plant eine strategische Zusammenarbeit mit Katar und schielt auf Aufträge für das Sportgroßereignis. ACS wollte sich zunächst nicht äußern.

Um Qatar Holding ins Boot zu holen, erhöht Hochtief das Grundkapital um rund zehn Prozent. ACS bleibt dabei außen vor - die Kapitalerhöhung wird unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre umgesetzt. Der Ausgabepreis je Aktie betrage 57,114 Euro. Damit flössen Hochtief rund 400 Millionen Euro zu. Der Ad-hoc-Ausschuss des Aufsichtsrats - in ihm sitzen keine Vertreter des Großaktionärs ACS - habe der Kapitalerhöhung bereits zugestimmt, hieß es.

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  • Wenn mit Aktientausch ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen von einem verschuldeten gekauft wird, hat das nichts mit marktwirtschaftlichem Wettstreit zu tun. Es ist als zahle man mit ungedeckten Schecks. Keine Tauschgeschäfte mit Aktien. Aktienkäufe sollten nur über Geld laufen, damit würde der Wert der Käuferaktie im Markt wesentlich realer bewertet und manche Übernahme erschwert. Eine Auslese, die heute fehlt. Journalisten hätten die Möglichkeit mehr auf marktwirtschaftliche Verfahrensweisen hin zu prüfen und darüber zu berichten.

  • ich stimme Hr Voß voll zu, mich wundert nur, dass sonst noch niemand (insb. die journalistische Zunft) diese Zusammenhänge thematisiert hat. Es kann nun wirklich nicht angehen, dass ein staatsnaher baukonzern aus Spanien, der sich jahrelang an einem künstlich induzierten bauboom, noch dazu bezahlt durch im wesentlichen die üblichen Geberländer der EU, also insb. auch Deutschland, gelabt hat, nun seine strukturellen Probleme damit kaschieren will, indem er einen hochgesunden und effizienten baukonzern aus Deutschland übernimmt, damit mittel- bis langfristig Arbeitsplätze in Deutschland riskiert werden. D.h. Deutschlands Steuerzahler finanzieren mittlerweile weite Teile der EU, und als Dank werden mit dem deutschen Steuergeld auch noch Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet ...
    Man kann nur noch zu einem einzigen Schluss kommen: die deutsche Regierung vertritt wirklich alles, nur nicht die interessen seiner Wähler!

  • 1. teil: die eu und damit grösstenteils deutschland subventionieren spanischen bauwahn
    2. teil: weltwirtschaftskrise, spanien und damit aucg acs taumeln
    3. teil: ein teil der milchgebenden kuh soll geschlachtet und damit wackel-spanien saniert werden
    4. teil: bundesminister rühren keinen finger, werden meineidig (ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden . . .)
    5. teil: schlaf in seliger ruh, bafin schaut zu
    6. teil: katar sei dank! is nix mit aussaugen!
    Feliz Navidad a su narices falsas

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