Übernahmekampf
Norilsk will sich alle Türen offen halten

Der Übernahmekampf um den russischen Bergbaukonzern Norilsk Nickel geht in eine neue Phase: Alexander Buligin, der Chef des Aluminiumherstellers und neuen Norilsk-Großaktionärs Rusal, hofft noch in diesem Jahr auf einen Zusammenschluss und will weitere Norilsk-Anteile auf dem offenen Markt kaufen. Beim Norilsk-Management stoßen die Pläne auf Skepsis.

MOSKAU. „Ich will nicht sehen, dass Norilsk von einer Firma übernommen wird, die nicht an der Börse gelistet ist“, sagt Denis Morosow, der Generaldirektor des weltgrößten Nickelproduzenten. Sollte der Zusammenschluss von Rusal und Norilsk gelingen, würde ein Unternehmen mit einem Marktwert entstehen, der schnell auf über 100 Mrd. Dollar steigen könnte, schätzen Analysten von Lehman Brothers. Der Konzern wäre dann das drittgrößte Unternehmen in Russland nach Gazprom und Rosneft.

Michail Prochorow, Mitinhaber von Norilsk, hatte in der vergangenen Woche seinen Anteil von 25 Prozent an den Alukonzern Rusal verkauft. Im Gegenzug erhält er 14 Prozent an Rusal, mehr als er ursprünglich mit dessen Haupteigentümer, Russlands reichstem Mann, Oleg Deripaska vereinbart hatte. Dazu soll eine größere Summe Bargeld fließen. In russischen Presseberichten ist von rund sieben Mrd. Dollar die Rede.

Das Ringen um die Zukunft des Bergbaukonzerns bleibt dennoch offen. Deripaska will Norilsk mit Rusal verschmelzen, um so in die Liga von Unternehmen wie BHP Billiton oder Rio Tinto aufzusteigen, ist mit diesen Plänen aber auf Widerstand bei dem anderen Großaktionär des Konzerns gestoßen - Wladimir Potanin. Dieser hält knapp ein Drittel aller Norilsk-Anteile. Bei Prochorow selbst bleiben vier Prozent. Rund 40 Prozent der Anteile sind im freien Verkehr.

Die beiden Milliardäre Prochorow und Potanin hatten sich im vergangenen Jahr darauf geeinigt, ihr gemeinsam aufgebautes Industrieimperium aufzuteilen, waren dabei aber in Fragen der Bewertung aneinander geraten. Inzwischen, so glauben Beobachter, haben sie sich aber wieder angenährt und die Entflechtung macht Fortschritte.

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