Übernahmekampf um Arcelor
Mittal warnt vor Griff zur „Giftpille“

Der weltgrößte Stahlkonzern Mittal Steel hat den luxemburgischen Konkurrenten Arcelor vor einem Griff zur so genannten „Giftpille“, um eine Übernahme durch die Inder zu verhindern, gewarnt.

HB BRÜSSEL. Ein solcher Schritt wäre unklug, weil er sich gegen die Interessen der Anleger richte, sagte Mittals Europa-Chef Roeland Baan der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Das Prinzip der „Giftpille“ sieht vor, dass ein Unternehmen an die Anleger zusätzliche Aktien zu günstigeren Konditionen ausgibt. Dadurch wird eine Übernahme für den Interessenten teurer.

Das französische Parlament hatte am Donnerstag ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Arcelor hat Beschäftigte in mehreren europäischen Staaten, davon etwa 29 000 allein in Frankreich. Da Arcelors Hauptsitz jedoch in Luxemburg liegt, würde das neue Gesetz nicht für das Unternehmen gelten. Allerdings überarbeitet auch Luxemburg derzeit seine nationalen Übernahmegesetze. Erst in dieser Woche stimmten die Abgeordneten für ein Gesetz, demzufolge ein Bieter erst nach zwölf Monaten wieder ein erneutes Angebot für eine in Luxemburg gelistete Firma abgeben darf. Der Entwurf muss noch vom Obersten Verwaltungsgericht des Landes und anschließend vom Parlament angenommen werden.

Der Mittal-Konzern hat 19 Mrd. Euro in bar und in Aktien für Arcelor geboten. Auf die Frage, ob Mittal sein Angebot erhöhen werde, sagte Baan: „Ganz bestimmt nicht.“ Der luxemburgische Konzern lehnt das Angebot als zu niedrig ab. Die Regierungen in Luxemburg, Frankreich und Spanien sind ebenfalls gegen das Geschäft. Die Politiker befürchten, Mittal könnte nach einer Übernahme von Arcelor zahlreiche Arbeitsplätze in den jeweiligen Ländern streichen.

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