Übernahmekampf um Continental
Schaefflers Chancen bei Conti steigen

Die Schaeffler-Gruppe hat einen wichtigen Teilerfolg im Übernahmepoker um Continental erzielt. Ein institutioneller Anleger, der mehrere Millionen Conti-Aktien hält, ist offenbar bereit, ein Angebot der Franken zu akzeptieren. Allerdings müsste Schaeffler auf die bisher gebotenen 70,12 Euro pro Aktie draufsatteln.

DÜSSELDORF. Im Übernahmepoker um Continental schwenkt ein wichtiger Anleger auf die Seite der Schaeffler-Gruppe. „Liegt das Gebot bei mehr als 80 Euro pro Aktie, kann ich mir vorstellen, dass wir darauf eingehen“, sagte der Vertreter eines führenden institutionellen Anlegers in Deutschland, der mehrere Millionen Conti-Aktien hält, dem Handelsblatt. „Bei den derzeitigen Unsicherheiten im Automarkt wäre das attraktiv.“

Bislang hatte der Investor das Angebot von Schaeffler in Höhe von 70,12 Euro als zu niedrig abgelehnt. Satteln die Franken entsprechend drauf, dürften viele Conti-Eigner verkaufsbereit sein, hieß es in Finanzkreisen. Conti-Chef Manfred Wennemer hatte am Mittwoch dem Aufsichtsrat ein Chart mit Einschätzungen von Analysten vorgelegt, die einen fairen Kurs im Schnitt bei 89,74 Euro sehen.

Neue Gespräche zwischen beiden Seiten gibt es bislang nicht. Wennemer fährt mehrgleisig: Neben möglichen Verhandlungen mit Schaeffler treibt er Abwehrmaßnahmen wie die Suche nach einem weißen Ritter voran.

Außerdem stellten die Anwälte von Freshfields Bruckhaus Deringer für Conti auf mehr als 250 Seiten Indizien zusammen, die belegen sollen, dass die Konstruktion der Swapgeschäfte von Schaeffler nicht rechtens sei. Die Akte ging Mittwoch bei der Finanzaufsicht BaFin ein.

Schaeffler hatte sich direkt den Zugriff auf acht Prozent von Conti gesichert, auf weitere 28 Prozent können die Franken über die Swapgeschäfte mit verschiedenen Banken zugreifen.

Wennemer und sein Finanzchef Alan Hippe sind inzwischen dabei, weitere Investmentbanken zu verpflichten, die später ein ausführliches Schaeffler-Angebot bewerten sollen. Wie das Handelsblatt erfuhr, hat der Aufsichtsrat dazu die Spezialisten von Perella Weinberg verpflichtet.

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