Übernahmekampf um Endesa
Caja Madrid kommt Eon entgegen

Im Übernahmekampf um den größten spanischen Stromversorger Endesa hat der deutsche Energiekonzern Eon eine Einigung mit dem Endesa-Großaktionär Caja Madrid erzielt. Doch der Deal ist komplex und kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Poker um den größten spanischen Stromversorger insgesamt immer verbissener wird.

HB MADRID. Im Übernahmekampf um den größten spanischen Stromversorger Endesa hat der deutsche Energiekonzern Eon eine Einigung mit dem Endesa-Großaktionär Caja Madrid erzielt. Danach erklärt die Madrider Sparkassen-Kette sich grundsätzlich bereit, ihre Endesa-Anteile von 9,9 Prozent binnen zwei Jahren an Eon zu verkaufen. Wie die Caja Madrid am Montag in der spanischen Hauptstadt mitteilte, wird die Sparkasse bis dahin ihre Stimmrechte in den Führungsgremien von Endesa behalten.

Sie werde aber die ökonomischen Rechte, die sich aus dem Aktienbesitz ergeben, für die kommenden zwei Jahre an Eon abtreten. Nach Ablauf der Frist könne der Düsseldorfer Konzern entscheiden, ob er Caja Madrid die Endesa-Anteile zum angebotenen Preis von 40 Euro pro Stück abkaufen oder - bei Begleichung des Wertunterschieds, der sich in dieser Zeit eingestellt hat - an die Sparkasse zurückgeben wolle. Caja Madrid ist nach den Eon-Rivalen Enel und Acciona der drittgrößte Aktionär bei Endesa.

Der Verwaltungsrat von Endesa habe einstimmig der von Eon auf 40 Euro je Aktie angehobenen Offerte zugestimmt, teilte das Unternehmen am Montag mit. Das Gremium gab den Aktionären einstimmig die Empfehlung, die Eon-Offerte anzunehmen und ihre Anteile an den Düsseldorfer Konzern zu verkaufen. Das Angebot entspreche dem Wert von Endesa und sei das einzige, das den rechtlichen Bedingungen gerecht werde. Die Mitglieder des Endesa-Verwaltungsrats, die selbst Aktien des Unternehmens besitzen, kündigten an, ihre Papiere an Eon zu verkaufen. Sie wollten höchstens je 50 Endesa-Aktien behalten.

Die Eon-Aktie machte nach der Erklärung von Endesa die zuvor erlittenen Kurseinbußen fast wieder wett und lag bei 100,57 Euro. Das am Freitag vom Handel ausgesetzte Papier von Endesa legte knapp vier Prozent zu und lag mit 40,10 Euro etwas über dem Eon-Gebot.

Die Eon-Rivalen Enel und Acciona hatten am Montag angekündigt, die Eon-Offerte zu übertrumpfen, sollten die Deutschen keine Mehrheit an Endesa erwerben. Nach Einschätzung von WestLB-Analyst Peter Wirtz geht Eon mit der neuerlichen Erhöhung des Preises aufs Äußerste.

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