Übernahmekampf um Endesa
Endesa stellt sich weiter gegen Enel quer

Der spanische Energiekonzern Endesa hat dem E.ON-Konkurrenten Enel eine weitere Abfuhr erteilt. Endesa-Chairman Manuel Pizarro sprach dem italienischen Energieriesen am Donnerstag das Recht ab, im Endesa-Verwaltungsrat vertreten zu sein.

HB MADRID. Er verwies darauf, dass Enel schon Spaniens Versorger Viesgo kontrolliere. Damit könne Enel nach spanischem Recht nicht in die Führung eines weiteren großen heimischen Versorgers vorrücken. Zudem bleibe das Stimmrecht auf drei Prozent beschränkt. Enel hat sich knapp 25 Prozent der Endesa-Anteile gesichert und will im Verbund mit dem spanischen Versorger Acciona die rund 42 Mrd. schwere Offerte von E.ON kippen.

In der Frage des Verwaltungsrat-Sitzes könnten die Karten für Enel aber noch neu gemischt werden. Das Industrieministerium in Madrid hat erklärt, Viesgo könnte von der Liste der großen heimischen Versorger gestrichen werden, so dass Enel noch in das Führungsgremium von Endesa vorrücken könnte. Dem auf drei Prozent beschränkten Stimmrecht steht aber eine weitere Regelung im Wege. Danach dürfen von ausländischen Staaten kontrollierte Firmen in spanischen Konzernen höchstens drei Prozent der Stimmrechte ausüben. 32 Prozent der Anteile an Enel hält der italienische Staat. Die spanische Regierung will aber auch diese Regelung überprüfen.

Enel und Acciona haben sich insgesamt rund 46 Prozent der Anteile an Endesa gesichert und wollen das E.ON-Angebot überbieten. Obwohl ihnen für das nächste halbe Jahr eine eigene Offerte untersagt ist, machen sie öffentlich weiter Stimmung gegen die E.ON-Offerte. Diese läuft in der kommenden Woche aus und wird vom Endesa-Verwaltungsrat unterstützt.

Am 10. April will die spanische Börsenaufsicht E.ON mitteilen, wie viele Endesa-Aktien dem Konzern angedient wurden. Einen Tag später müssen sich die Düsseldorfer erklären, ob sie die Papiere annehmen. Eine Mehrheit für E.ON ist inzwischen noch weiter in die Ferne gerückt, da die spanische Staatsholding Sepi einen Verkauf ihres Pakets von drei Prozent an E.ON ablehnt.

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