Übernahmekampf um Endesa: Enel treibt Eon in die Enge

Übernahmekampf um Endesa
Enel treibt Eon in die Enge

Der italienische Energiekonzern Enel hat sich den Zugriff auf weitere Endesa-Aktien gesichert und gefährdet damit zunehmend die Übernahmepläne des deutschen Eon-Konzerns.

HB MADRID/MAILAND. Die Italiener beantragten am Donnerstag bei der spanischen Energiekommission, ihren Anteil an dem in Madrid ansässigen Versorger von derzeit knapp zehn auf bis zu 24,9 Prozent aufstocken zu dürfen. Gleichzeitig sicherte sich das Unternehmen in zwei Aktientauschgeschäften den Zugriff auf noch einmal mehr als elf Prozent an Endesa.

Enel war in dieser Woche überraschend bei Endesa eingestiegen. Mit dem offenbar mit Wissen der spanischen Regierung eingefädelten italienischen Überraschungscoup könnte das 41 Mrd. Euro schwere Übernahme-Vorhaben von Eon platzen. Falls Enel grünes Licht für die Aufstockung erhält und sich mit Gegnern der Übernahme im Aktionärskreis verbündet, könnten die Düsseldorfer noch kurz vor der Ziellinie abgefangen werden.

Bei einem Anteil von 25 Prozent müsste Enel ein freiwilliges Übernahmeangebot an alle Endesa-Aktionäre richten. Das italienische Unternehmen ließ unterdessen offen, ob es die Übernahmepläne von Eon für Endesa durchkreuzen will. Enel beantragte allerdings bei der Energiekommission, dass eine derzeit noch bei Endesa für die Italiener geltende Stimmrechtsbegrenzung von drei Prozent aufgehoben wird. Die Begrenzung gilt, weil Enel mit Viesgo einen Versorger in Spanien betreibt.

Sollte die Stimmrechtsbegrenzung fallen, könnte Enel auf der entscheidenden Aktionärsversammlung am 20. März ein gehöriges Wörtchen mitreden: Eon hatte sein Übernahme-Angebot davon abhängig gemacht, dass die Aktionäre von Endesa die bislang für alle geltende Stimmrechtsbeschränkung von maximal zehn Prozent aufheben. Zudem hatte Eon zur Bedingung gemacht, mindestens 50,01 Prozent aller Aktien angedient zu bekommen.

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