Übernahmekampf um Repower
Franzosen legen bei deutschem Windanlagen-Bauer nach

Die Klimadebatte treibt offenbar die Preise für Unternehmen, die ihr Geld mit erneuerbaren Energien verdienen. So hat der französische Kernkraftwerks-Betreiber Areva sein Angebot für den deutschen Windanlagen-Bauer Repower nochmal kräftig aufgestockt. Areva ist nicht der einzige Interessent.

HB HAMBURG. Der französische Atomkonzern Areva stockte seinen Anteil an dem Hamburger Unternehmen am Donnerstag auf etwas mehr als 30 Prozent leicht auf und hob zugleich sein Übernahmeangebot auf 140 Euro je Aktie an. Damit bietet Areva 14 Euro oder 11 Prozent je Repower-Aktie mehr als der indische Windanlagen-Hersteller Suzlon.

Repower will in Kürze seinen Aufsichtsrat einberufen, um die neue Offerte zu bewerten. Der Kontrollrat hatte sich bislang hinter das Angebot von Suzlon gestellt. Die Inder bieten 126 Euro je Anteilschein und hatten mit ihrer Offerte das Areva-Angebot über 104 Euro deutlich übertroffen.

Unklar blieb zunächst, ob die Inder nachlegen werden. In Erwartung weitere Gebote legte die Repower-Aktie am Vormittag zeitweise um über 13 Prozent auf 148,50 Euro zu. Während Areva etwas über 30 Prozent hält, ist die mit Sulzlon verbündete portugiesische Martifer mit knapp 26 Prozent an dem Windanlagen-Bauer beteiligt; Martifer ist ein Hersteller von Stahltürmen für Windanlagen. Die restlichen Repower-Aktien befinden sich im Streubesitz.

Suzlon will mit der Übernahme von der Nummer fünf zur Nummer vier der Windanlagen-Hersteller werden. Sulzon-Chef Tulsi Tanti hatte bei Repower damit geworben, in Hamburg solle ein „globales Technologiezentrum für Windenergie zur Entwicklung zuverlässiger und kostengünstiger Windturbinen“ entstehen, wodurch bis 2009 zahlreiche Stellen geschaffen würden.

Die Angebote von Suzlon und Areva laufen bis zum 20. April. Suzlon hat anders als Areva aber keine Mindestannahmeschwelle festgelegt, so dass das Angebot in jedem Fall gültig ist. "Es geht uns weniger um Kontrolle als um eine Partnerschaft und darum, Repower stärker zu machen", erklärte Firmenchef Tanti. Repower hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 462 Mill. Euro gemacht nach 335 Mill. Euro in 2005; statt eines Verlusts von 7 erwirtschafteten die Hamburger einen Nettogewinn in etwa gleicher Höhe.

Zukunftsmarkt erneuerbare Energien

Areva ist schon seit 2005 Repower-Aktionär. Der Atomkonzern hat sich zum Ziel gesetzt, mindestens 50 Prozent plus eine Aktie an den Hamburgern zu erwerben, damit die Übernahme zu Stande kommt. Der weltgrößte Hersteller von Kernkraftwerken befindet sich überwiegend in Staatsbesitz. Mit der Übernahme von Repower wollte Areva ein zweites Standbein im Bereich der erneuerbaren Energien errichten, dem Experten große Wachstumschancen einräumen.

Die Erneuerbare-Energien-Branche will in diesem Jahr 15 000 neue Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. Auf einer Fachkonferenz am Donnerstag in Berlin prognostizierten Verbandsvertreter der Wind- und Solarenergie für dieses Jahr ein Branchenwachstum um 17 Prozent. Der Umsatz werde damit auf 32 Mrd. Euro steigen. Die Verbände zeigten sich zuversichtlich, das von der EU gesetzte Ziel erreichen zu können, bis 2020 eine Anteil von 20 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu produzieren. Im Strombereich sei sogar ein Anteil von 35 Prozent möglich.

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