Übernahmekampf um Unocal
CNOOC gibt auf

Nach heftigem Gegenwind in den USA hat der chinesische Ölkonzern CNOOC sein Übernahmeangebot für den amerikanischen Wettbewerber Unocal zurückgezogen. Nun ist der Weg für den US-Konkurrenten Chevron frei.

HB HONGKONG. CNOOC begründete am Dienstag in Hongkong den Rückzug mit dem „beispiellosen“ politischen Druck der US-Regierung gegen die Offerte der Chinesen. Die politischen Reaktionen in den USA auf die Offerte bezeichnete der Konzern als „bedauerlich und ungerechtfertigt“. Das Unternehmen hatte mit 18,5 Mrd. $ rund eine Milliarde Dollar mehr als der US-Ölkonzern Chevron geboten, der ebenfalls an Unocal interessiert ist. Es habe ernsthafte Überlegungen gegeben, das Übernahmeangebot weiter aufzustocken, hieß es. Wegen des politischen Drucks sei davon allerdings Abstand genommen worden.

Mit dem Rückzug der Chinesen dürfte der seit sechs Wochen anhaltende Übernahmekampf um Unocal beendet sein. CNOOC hatte 18,5 Mrd. Dollar geboten. Der US-Konzern Chevron bietet mit 17,3 Mrd. Dollar zwar weniger, hat aber den Rückhalt des Direktoriums von Unocal. Die Unocal-Führung befürchtete, dass eine Einigung mit CNOOC zu einer langwierigen kartellrechtlichen Prüfung hätte führen können oder von der US-Regierung gestoppt worden wäre. Im Grundsatz hatten sich Unocal und Chevron bereits auf ein Zusammengehen geeinigt.

Die Übernahmeambitionen der Chinesen hatten in den USA eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Mehrere Kongressabgeordnete wollten einen Unocal-Verkauf an CNOOC gesetzlich verhindern. Ein US-Gremium hatte eine umfassendere Prüfung der Übernahmepläne gefordert, was das Vorhaben um Monate verzögert hätte. CNOOC würde mit Unocal Kontrolle über strategische amerikanische Ölaktivitäten erhalten, hieß es zur Begründung. Die Führung von Unocal hatte sich zudem für eine Übernahme durch Chevron ausgesprochen, nachdem der US-Ölkonzern seine Offerte aufgestockt hatte.

Mit der Übernahme von Unocal wollte der chinesische Konzern Fuß in den USA fassen. Unocal verfügt zudem über große Öl- und Gasvorkommen in Asien, an denen sowohl CNOOC und Chevron Interesse haben. Unocal mit Sitz in Kalifornien fuhr im zweiten Quartal einen Rekordgewinn von 475 Mill. Dollar ein.

Der Kauf-Plan der CNOOC war Teil der chinesischen Strategie, Energiereserven im Ausland zu erwerben, um das starke Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik auf Jahre abzusichern. Mehr als seine Konkurrenten hat sich Unocal auf Öl- und Gasvorkommen im asiatisch-pazifischen Raum konzentriert. Bei einem Zuschlag für CNOOC wäre dies die größte Übernahme eines ausländischen Konzerns durch ein chinesisches Unternehmen in der Geschichte gewesen.

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