Übernahmen im zweiten Anlauf
VW gewährt Frist für weiteren Scania-Verkauf

Volkswagen gewährt den restlichen Scania-Aktionären eine weitere Frist. Die Wolfsburger haben die Lkw-Tochter im zweiten Anlauf fast vollständig unter ihre Kontrolle gebracht und streben eine Komplettübernahme an.
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Wolfsburg/HamburgVolkswagen gewährt den restlichen Aktionären seiner Lkw-Tochter Scania eine weitere Frist zum freiwilligen Verkauf ihrer Anteilsscheine. Europas größter Autobauer verlängerte die Spanne für das Angebot ein zweites Mal, so dass sie nun bis zum 5. Juni reicht. Dieses Datum soll an der Börse auch der letzte Handelstag für den schwedische Nutzfahrzeugspezialisten sein, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Wolfsburg mitteilte. Ursprünglich hatte die bereits einmal verlängere Annahmefrist am 16. Mai geendet. Zu diesem Stichtag seien VW 98,19 Prozent der Scania-Aktien zuzurechnen. Wenn die restlichen Aktionäre ihre Papiere auch binnen der neuen Frist nicht anbieten, erhalten sie statt des VW-Angebots (200 schwedische Kronen) pro Anteilsschein eine womöglich niedrigere Zwangsabfindung.

VW hat seine Lkw-Tochter Scania im zweiten Anlauf fast vollständig unter Kontrolle gebracht. 35,25 Prozent der übrigen Aktionäre haben das Übernahmeangebot bis zum Ablauf der verlängerten Frist am vergangenen Freitag angenommen, wie der Wolfsburger Konzern am Mittwoch mitteilte. Einschließlich bereits gehaltener Papiere kontrolliert VW damit 98,19 Prozent von Scania und kann so die ungeliebten Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen drängen. Im ersten Anlauf hatte VW die Hürde knapp verfehlt. Das schwedische Traditionsunternehmen verschwindet damit nach 18 Jahren von der Börse.

VW will eine schlagkräftige Allianz aus Scania und seiner zweiten Lkw-Tochter MAN schmieden, die es mit führenden Anbietern wie Daimler und Volvo aufnehmen kann. Dazu benötigen die Wolfsburger den vollen Durchgriff bei Scania. Dies ist nach schwedischem Recht erst ab 90 Prozent der Anteile möglich. Bei MAN reichten nach deutschen Aktienrecht gut 75 Prozent der Stimmrechte, um die Tochter zu beherrschen.

Die Wolfsburger hatten den Scania-Minderheitsaktionären 200 schwedische Kronen je Aktie geboten. Die Komplettübernahme will sich Volkswagen 6,7 Milliarden Euro kosten lassen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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