Übernahmen in der Stahlbranche
Salzgitter wähnt sich in Sicherheit

Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate fusionieren zwei Stahlkonzerne: Corus und Tata Steel. Das wirbelt die Branche mächtig durcheinander. Doch während sich asiatische Konkurrenten vor feindlichen Übernahmen wappnen, verhalten sich die beiden großen deutschen Stahlkocher still.

HB HANNOVER. „Das hat für uns keine Bedeutung“, erklärte Salzgitter-Chef Wolfgang Leese am Freitag. „Die Position von Salzgitter als Nischenanbieter ist von der geplanten Fusion nicht berührt.“ Der Konzern sieht sich durch eine Sperrminorität des Landes Niedersachsen von 25,2 Prozent vor einer feindlichen Übernahme geschützt. Der Koalitionsvertrag der CDU-FDP-Regierung in Hannover sieht vor, dass diese Anteile bis mindestens 2010 gehalten werden. Der Konzern hält zudem knapp 10 Prozent eigene Aktien.

Mit der zweiten milliardenschweren Übernahme in diesem Jahr setzt sich die Konsolidierung auf dem internationalen Stahlmarkt fort. Die britisch-niederländische Corus stimmte der Übernahme durch die indische Tata Steel für 6,4 Mrd. Euro zu. Nun entsteht der sechstgrößte Stahlkonzern der Welt. Vor kurzem erst hatte der indischstämmige Weltmarktführer Mittal Steel für 31 Mrd. Dollar den französisch dominierten Konkurrenten Arcelor übernommen.

Der vor Salzgitter größte deutsche Stahlhersteller Thyssen-Krupp wollte neuerliche Übernahme in der Branche nicht kommentieren. Thyssen-Krupp will derzeit selbst einen Konkurrenten übernehmen, die kanadische Dofasco. Dies gestaltet sich allerdings schwierig, weil das Unternehmen durch eine besondere Besitzkonstellation geschützt ist. Mehrheitsaktionär Arcelor hatte seine Anteile in eine Stiftung ausgelagert, bevor er von Mittal übernommen wurde. Mit Mittal war sich Thyssen-Krupp bereits handelseinig über Dofasco geworden.

Während Salzgitter und Thyssen-Krupp nach außen hin keine Angst vor einer feindlichen Übernahme zeigen, beugen der japanische Stahlkonzern Nippon Steel und sein koreanischer Wettbewerber Posco mit einer Überkreuzbeteiligung vor. Nippon Steel werde den Anteil an Posco um 2 auf 5,32 Prozent aufstocken, Posco werde die knapp über 2 Prozent liegende Beteiligung an den Japanern auf mehr als 4 Prozent erhöhen, teilten beide Unternehmen am Freitag mit. Mit diesem Schulterschluss reagieren sie laut Mitteilung auf das „veränderte Umfeld“ der Stahlbranche. Nippon Steel ist auch mit zwei weiteren japanischen Stahlkonzernen verbunden.

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