Übernahmen und Fusionen
Integration ist das Rezept für den Erfolg

Auf dem World Business Forum in Frankfurt tauschen Top-Manager ihre Erfahrungen mit großen Deals aus. Der Tenor: Übernahmen werden heute zwar professioneller gemanagt als früher, doch nach wie vor herrscht Lernbedarf.

FRANKFURT. AOL und Time Warner, Daimler und Chrysler, Boris und Barbara Becker: Manche Zusammenschlüsse scheinen überhaupt nicht so zu laufen, wie es sich die Partner vorgestellt haben. Oft bleibt zum Schluss sogar nur die Trennung. Und dennoch: Führende deutsche Manager rechnen in den kommenden Monaten mit einer ungebrochenen Welle von Übernahmen in vielen Branchen.

Dies zeigte sich am Mittwoch auf dem vom Handelsblatt organisierten Round Table beim World Business Forum in Frankfurt. "Die Kostenstrukturen und die Geschäftslogik in der Pharmabranche machen weitere Zusammenschlüsse erforderlich", sagte Werner Wenning, Vorstandschef der Bayer AG, die vor wenigen Monaten den Berliner Konkurrenten Schering übernommen hatte.

Auch in der Branche der Automobilzulieferer wird das Tempo bei den Übernahmen mindestens beibehalten. Davon zeigte sich Continental-Chef Manfred Wennemer überzeugt. "Ich erwarte, dass sich die Zahl der Automobilzulieferer in den nächsten Jahren noch einmal halbieren wird." Und selbst in der Energiebranche werde es weitere große Firmenzusammenschlüsse geben: "Wir brauchen in Europa starke Player im Energiesektor", forderte Vattenfall-Chef Klaus Rauscher.

Die Übernahmewelle wird also weiterrollen. Doch nicht der Kauf eines Unternehmens selbst, sondern dessen Integration entscheidet darüber, ob die Fusion ein Erfolg wird. Management-Experten erklären die hohe Rate von Flops bei Fusionen übereinstimmend damit, dass beide Partner nie zusammengefunden haben - kulturell und strategisch.

Was können Manager also tun, um die Übernahmepleite zu verhindern? Continental-Chef Wennemer rät dazu, sich nicht von den Forderungen des Kapitalmarktes treiben zu lassen. "Sonst laufen Sie in die falsche Richtung", sagte er zu den rund 1 450 Managern in der Frankfurter Alten Oper. Jede Übernahme müsse industriellen Logiken folgen.

Nach Meinung der drei Vorstandschefs sind für eine erfolgreiche Integration vier Dinge wichtig: Entscheidungsstärke, klare Kommunikation, keine faulen Kompromisse und Schnelligkeit. Denn die Integration zweier Firmen ist letztlich eine Störung des operativen Geschäfts: Kunden werden vernachlässigt, Projekte bleiben liegen. Der ehemalige General-Electric-Chef Jack Welch gab seinen Managern nur 90 Tage Zeit, um die Integration nach Abschluss der Deals zu vollenden.

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