Übernahmeofferte abgelehnt
Alcan gibt Alcoa einen Korb

Der kanadische Aluminiumkonzern Alcan hat dem Übernahmeangebot des US-Konkurrenten Alcoa eine Abfuhr erteilt.

HB MONTREAL. Das Alcoa-Angebot sei nicht im besten Interesse der Aktionäre von Alcan, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende Yves Fortier am Dienstagabend in Montreal. Es spiegele nicht den Wert der außerordentlich attraktiven Vermögenswerte, die strategischen Fähigkeiten und Wachstumsaussichten wider, erklärte er. Das Alcan-Aufsichtsgremium empfahl den eigenen Anteilseignern, keine Aktien zu offerieren. Das Angebot hat nach derzeitigen Aktienkursen einen Wert von rund 74,70 Dollar je Alcan- Aktie oder insgesamt rund 27,4 Mrd. US- Dollar (20,3 Mrd Euro).

Bei einem Zusammenschluss entstünde der weltgrößte Aluminium- Konzern mit einem Umsatz von 54 Mrd. Dollar, einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 9,5 Mrd. Dollar mit 188 000 Mitarbeitern in 63 Ländern. Das neue Unternehmen käme auf eine Aluminiumkapazität von 7,8 Mill. Tonnen pro Jahr, hatte Alcoa vor zwei Wochen bei Vorlage seines Angebots erklärt. Damit käme das Unternehmen auf 20 Prozent der globalen Aluminiumkapazität.

Der angebotene Kaufpreis liegt unter dem gegenwärtigen Alcan-Kurs. Die Alcan-Aktien stiegen nachbörslich um 3,05 Prozent auf 83,50 Dollar. Die Alcoa-Aktien legten nachbörslich um 1,77 Prozent auf 39,64 Dollar zu. Angesichts des sich rasch entwickelnden Branchenumfelds untersuche man alle Optionen im Interesse der Aktionäre, erklärte Fortier weiter.

Alcan befinde sich in einer frühen Diskussionsphase mit dem weltweit tätigen Bergwerkskonzern und Kaufinteressenten BHP Billiton, berichtete die kanadische Zeitung „Globe and Mail“ am Mittwoch in ihrer Onlineausgabe. Das Unternehmen wolle sich gegen den nicht gewünschten Übernahmeversuch des US-Rivalen Alcoa zur Wehr setzen.

Rio Tinto wird nach Angaben der Zeitung ebenfalls als logischer Kaufinteressent für Alcan genannt. Alcan-Konzernchef Dick Evans erklärte der Zeitung, dass alle Optionen in Erwägung gezogen würden. Alcan befinde sich in laufenden Diskussionen mit Dritten, Namen wollte er jedoch nicht nennen.

An der Wall Street halten Metallfachleute auch Angebote von anderen großen internationalen Bergwerksunternehmen wie Xstrata oder Companhia Vale do Rio Doce oder russischer beziehungsweise chinesischer Metallriesen für denkbar. Auch ein Alcan-Gegenofferte für Alcoa wird nicht ausgeschlossen. Alcoa könnte aber auch sein eigenes Angebot aufstocken, wird spekuliert.

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