Übernahmepläne
Chrysler-Mitarbeiter bieten für den eigenen Arbeitsplatz

Die Vereinigung Kritische Aktionäre Daimler-Chrysler hat dem deutsch-amerikanischen Autokonzern am Freitag vorgeworfen, ein Übernahmeangebot der Chrysler-Mitarbeiter nicht ernst zu nehmen.

HB STUTTGART. Im Gegensatz zu Finanzinvestoren wie Cerberus oder dem ebenfalls an einer Anteilsübernahme interessierten Zulieferer Magna International habe das Komitee der Beschäftigten keine Einsicht in die finanzielle Situation des absatzschwachen US-Autobauers erhalten.

Ein endgültiges Gebot werde dadurch erschwert, kritisierte der Aktionärsverband. Im Namen von rund 50 000 Chrysler-Mitarbeitern hatte ein „Arbeitnehmer-Buyout-Komitee“ der Konzernführung Mitte April die Kaufabsicht der Beschäftigten übermittelt. Vorstandschef Dieter Zetsche und Chrysler-Chef Tom LaSorda hatten eine Prüfung der Offerte zugesagt.

Der Stuttgarter Konzern wollte keine Angaben zum Stand der Verkaufsverhandlungen für die verlustreiche US-Tochter machen. Eine Sprecherin des Konzerns wollte sich am Freitag auch nicht äußern, ob die zum Kauf bereiten Chrysler-Mitarbeiter Einblick in die Bücher nehmen dürften. „Dazu geben wir keinen Kommentar ab“, sagte sie.

Die Chrysler-Arbeitnehmer wollen 70 Prozent der angeschlagenen Traditionsfirma übernehmen. Der Mutterkonzern solle einen Minderheitsanteil an der US-Tochter behalten. Das Arbeitnehmer-Komitee wird von der New Yorker Investmentfirma Morpheus Capital Advisors beraten. Deren Chef Mitchell Gordon wollte nicht sagen, wie viele Chrysler-Mitarbeiter sich der Initiative inzwischen angeschlossen hätten, bezeichnete ihre Zahl aber als wachsend.

Die ebenfalls am Kauf von Chrysler interessierte Investmentfirma Tracinda des US-Milliardärs Kirk Kerkorian hatte einem Insider zufolge Kontakt zu dem Mitarbeiter-Komitee aufgenommen, um die Gemeinsamkeiten mit den Beschäftigten bei einer Übernahme von Chrysler auszuloten.

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