
DÜSSELDORF. Nach Informationen des Handelsblatts (Freitagsausgabe) aus Finanzkreisen haben die Schweizer bereits umfassenden Einblick in die Bücher des Spezialchemie-Herstellers mit zuletzt rund 1,1 Milliarden Euro Umsatz genommen. Verhandlungskreisen zufolge sind die Gespräche mit dem Südchemie-Mehrheitsaktionär One Equity Partners (OEP) weit vorangeschritten. Ob sie, wie zunächst erhofft, schon in der kommenden Woche zum Abschluss gebracht werden können, ist aber noch offen. Clariant würde mit einem Einstieg bei Süd-Chemie nach jahrelanger Restrukturierung wieder auf Wachstumskurs gehen und neue Geschäftsfelder, unter anderem im Bereich Katalysatoren und Batteriematerialien, erwerben.
OEP hatte im vergangenen Herbst Verkaufspläne für seine Beteiligung von 50,4 Prozent an Süd-Chemie bekanntgegeben. Der Finanzinvestor war 2006 mit rund 39 Prozent bei Süd-Chemie-Aktien eingestiegen und zahlte damals 35 Euro pro Aktie. Ein Jahr später stockte er seine Anteile auf 50,4 Prozent auf. Gestern notierte die Süd-Chemie-Aktie bei rund 127 Euro.
Auf dieser Basis wird der Münchner Konzern mit knapp 1,5 Milliarden Euro bewertet und ist damit ein Lichtblick im Portfolio von OEP. Einschließlich Finanz- und Pensionsverbindlichkeiten ergibt sich ein Unternehmenswert von 1,9 Milliarden Euro, was mehr als dem Elffachen des operativen Gewinns vor Abschreibungen (Ebitda) entspricht. In Relation zu den meisten Chemiefirmen ist das eine sehr hohe Bewertung.
Gleichwohl ist bisher unklar, ob auch die Minderheitsaktionäre zum Verkauf bereit sind. Größere Anteile an Süd-Chemie halten die Unternehmerfamilien Stockhausen, Winterstein und Schweighart. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen sind sie stark am Erhalt von Südchemie interessiert. Knapp 27 Prozent der Aktien befinden sich in Streubesitz.