Übernahmepläne
Coty will offenbar mehr für Avon bieten

Der Parfümhersteller Coty hat seine Bereitschaft zu einem höherem Gebot für Avon signalisiert. Zu Monatsbeginn hatte der angeschlagene Kosmetikkonzern die Offerte über zehn Milliarden Dollar als zu niedrig abgelehnt.
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BangaloreDie Milliardärsfamilie Reimann ist offenbar im Kampf um den angeschlagenen Kosmetikkonzern Avon zu einem höheren Gebot bereit. Der von den Deutschen kontrollierte Parfümhersteller Coty teilte am Montag mit, derzeit sei offen, welchen Preis das Unternehmen für angemessen halten werde und zahlen könne. Dafür müsse Coty erst Einblick in die Geschäftsbücher des 125 Jahre alten Direktverkäufers von Cremes und Lippenstiften nehmen.

Zu Monatsbeginn hatte Avon die Offerte des deutlich kleineren Konkurrenten über zehn Milliarden Dollar als zu niedrig abgelehnt. Medienberichten zufolge ist Coty aber inzwischen nicht mehr der einzige Interessent an dem Traditionsunternehmen, das für sein engmaschiges Vertriebsnetz aus weltweit rund sechs Millionen Avon-Beraterinnen bekannt ist. „Fortune“-Magazin berichtete in der vergangenen Woche, die Investmentfirma Richmont Holdings bereite ein Gebot vor.

Coty vertreibt unter anderem Parfüme von Prominenten wie den Sängerinnen Beyonce und Lady Gaga sowie die Duftmarken- und Kosmetikmarken von Davidoff und Adidas. Zugleich gehört die Marke Rimmel zu dem Konzern. Kontrolliert wird Coty von der Familie Reimann. Sie hat ihr Vermögen mit der Ludwigshafener Spezialchemiefirma Benckiser gemacht, die 1999 in Reckitt Benckiser aufging.

2009 stand sie in der „Forbes“-Liste der reichsten Deutschen auf Platz fünf. Laut „Wirtschaftswoche“ lag ihr Vermögen 2010 bei rund acht Milliarden Euro. Bei Coty waren die Reimanns noch unter dem Benckiser-Mantel eingestiegen. Im Finanzjahr 2010/11 erwirtschaftete das Unernehmen nach eigenen Angaben rund 4,1 Milliarden Dollar.

Avon setzte abgelaufenen Geschäftsjahr 11,3 Milliarden Dollar um. Der renommierte Kosmetikhersteller mit einer starken Präsenz in Schwellenländern wie Brasilien und Russland kämpft mit schleppenden Geschäften und leidet unter der Kaufzurückhaltung der US-Verbraucher sowie einem schärferen Wettbewerb.

Kürzlich hatte Avon die Ablösung der langjährigen Chefin Andrea Jung durch Sherilyn McCoy bekanntgegeben. Die hochrangige Managerin des US-Mischkonzerns Johnson & Johnson werde Jung am 23. April ersetzten, die an die Spitze des Aufsichtsrates wechseln soll.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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