Übernahmepläne
Piëch schickt MAN-Aktie auf Talfahrt

Mit einer Abfindung unter dem aktuellem Aktienkurs will Volkswagen die MAN-Aktionäre entmachten. Die Anleger sind enttäuscht schickt den Kurs auf Zweieinhalb-Monats-Tief. Einige könnten klagen.
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HamburgDämpfer für MAN -Aktionäre: VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch bleibt hart und zahlt den Minderheitsaktionären nur eine geringe Entschädigung dafür, dass sie künftig bei dem Münchner Lkw-Bauer nichts mehr zu sagen haben. Damit geht Piech ähnlich vor wie beim Übernahmeangebot von Porsche für VW vor mehreren Jahren. Damals bot Porsche beim Überschreiten der 30-Prozent-Marke nur die gesetzlich vorgeschriebene Pflichtofferte und machte es damit für viele VW-Anleger uninteressant, Papiere zu verkaufen.

Mit 80,89 Euro je Aktie liegt das MAN-Angebot zwar leicht über dem Durchschnittskurs von 79,20 Euro der drei Monate vor Bekanntgabe der Pläne, den VW mindestens zahlen muss. Sie liegt aber weit unter den Markterwartungen von 95 Euro. Aus Enttäuschung darüber, verkauften viele MAN-Aktionäre am Freitag ihre Papiere und schickten die Aktie auf ein Zweieinhalb-Monats-Tief von 82,92 Euro. Damit hatte MAN die rote Laterne im MDax.

Volkwagen will die schleppend laufende Lkw-Allianz von MAN und Scania auf Trab bringen und hatte im Sommer 2012 die Schwelle von 75 Prozent bei dem Münchner Maschinen- und Lastwagenbauer überschritten. Im Januar kündigten die Wolfsburger einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag an, der ihnen erlaubt, MAN vollends an die kurze Leine zu nehmen. Damit wurde ein Abfindungsangebot fällig, das die Wolfsburger - nach der vorläufigen Bewertung von MAN durch Wirtschaftsprüfer - jetzt vorlegten. Aktionäre, die ihre Papiere behalten, sollen eine jährliche Garantiedividende von 3,07 Euro bekommen. Dem Vorhaben sollen die MAN-Aktionäre am 6. Juni zustimmen. VW spart die Kosten eine außerordentliche Aktionärsversammlung, weil die Tochter Truck & Bus GmbH den Vertrag mit MAN abschließt.

"Es geht VW darum, möglichst großen Einfluss bei MAN zu haben, aber nicht 100 Prozent", sagte NordLB-Analyst Frank Schwope. "Das ist quasi ein Pflichtangebot, um die Formalien zu erfüllen und keinen hohen Aufschlag zu zahlen." Wie andere Experten auch rechnet der Autoanalyst mit Klagen gegen die VW-Offerte. Die US-Investmentbank JP Morgen weist darauf hin, dass viele Beherrschungsverträge vor Gericht landen, weil Aktionären die Abfindungsangebote zu niedrig sind. In rund 70 Prozent der Fälle werde zugunsten der Kläger entschieden. Allerdings ziehen sich die Verfahren oft viele Jahre hin.

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