Übernahmepoker
MAN-Konkurrenz gibt sich gelassen

Kaum liegt das Angebot von MAN zur Übernahme von Scania auf dem Tisch, wird bereits darüber spekuliert, was bei einem Scheitern der Münchener der nächste Schritt sein könnte. Doch die Konkurrenten Daimler, Iveco und Co. warten erst einmal das Ende des Übernahmepokers ab

HANNOVER. „Iveco könnte ein weiteres interessantes Ziel sein“, schreiben die Analysten von Sal. Oppenheim. Doch bei Iveco winkt man ab: „Wir konzentrieren uns auf unser Geschäft“, zumal es keine Anzeichen dafür gebe, dass die Iveco-Mutter Fiat sich von dem LKW-Bauer trennen wolle. Das sagte Sam Burman, bei Iveco für strategische Fragen zuständig, auf der Branchenmesse in Hannover.

Auch bei den anderen Konkurrenten heißt die Devise anscheinend: abwarten und beobachten. Bei Volvo, nach Daimler-Chrysler der zweitgrößte Nutzfahrzeughersteller der Welt, sieht niemand einen Grund für Nervosität. Im Gegenteil: Wäre MAN mit seinem Übernahmeversuch erfolgreich, „wären zwei wichtige Wettbewerber erst einmal eine lange Zeit mit sich selbst beschäftigt“, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Das ist nicht nur Häme, das ist auch Erfahrung: Lange hat es gedauert, bis die beiden LKW-Hersteller Volvo und Renault wirklich zusammengewachsen sind und aus ihrer Größe Profit schlagen konnten. Erst einmal zeigte die Kurve der Marktanteile nach der Vereinigung der beiden Unternehmen nach unten. Darauf verweist auch Iveco-Manager Burman, der selbst viele Jahre in Diensten von Scania stand: „Eins und eins werden bei einem solchen Deal nicht automatisch zwei. Am Ende kann auch 1,5 herauskommen“, sagt der Schwede.

Die Ablehnung des Scania-Managements dürfte es MAN zudem nicht leichter machen, Synergien schnell zu heben. Burman sieht für Iveco genügend Chancen, in Kooperationen und Gemeinschaftsfirmen Größenvorteile zu generieren. Gespräche über einen Zusammenschluss habe es weder mit MAN noch mit DAF gegeben. DAF, die Tochter des amerikanischen Konzerns Paccar, wird auch immer wieder genannt, wenn es um Konsolidierung in der LKW-Branche geht. Immer wieder weisen Analysten darauf hin, dass Iveco mit seinen Stärken in Südeuropa gut zu DAF passen würde.

Aus der Position der Stärke heraus reagierte Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche auf Fragen zu einem MAN-Scania-Verbund: „Wir sind Weltmarktführer und werden das auf jeden Fall bleiben.“ Und dann konnte er sich einen Seitenhieb auf die Konkurrenten doch nicht verkneifen: „Bekanntlich gehören zum Tango immer zwei“, sagte er mit Blick auf die Ablehnung des MAN-Angebots durch die Scania-Großaktionäre Volkswagen und Investor.

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